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Auch Lindsey Vonn hatte in ihrer Karriere mit psychischen Problemen zu kämpfen. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Rich Fury

Lindsey Vonn spricht über psychische Probleme

Bereits während ihrer Karriere hatte Lindsey Vonn mit Depressionen zu kämpfen. Darüber, dass dies ein in der Sportwelt weit verbreitetes Phänomen ist, ist sich die ehemalige Top-Athletin sicher. Besserung sei aber nur in Sicht, wenn man auch darüber reden würde.

Während der French Open bestimmte Naomi Osaka mit ihrem Medienboykott die Schlagzeilen. Nach harscher Kritik und drohenden Strafen seitens der Veranstalter verkündete die japanische Tennisspielerin ihren Verzicht auf eine weitere Teilnahme. Grund für ihren Rückzug seien Depressionen gewesen, welche sie bereits seit den US Open 2018 begleiten würden. Besonders Medienauftritte und der damit verbundene öffentliche Druck seien eine zusätzliche Belastung für Osaka. Der Verzicht auf Wimbledon war nur eine weitere Folge ihrer persönlichen Situation.


Der Fall der 23-Jährigen sollte aufrütteln – findet auch Ski-Legende Lindsey Vonn. „Wir müssen über psychische Probleme sprechen!“, äußert sich Vonn gegenüber „USA Today“. Die ehemalige Top-Athletin hat schon während ihrer aktiven Zeit über ihre immer wiederkehrenden psychischen Probleme gesprochen. Doch auch sie kostete dieser Schritt große Überwindung, weshalb sie sich damit erst nach den Olympischen Winterspielen 2010 an die Öffentlichkeit wandte. „Ich denke, es war so eine große Sache für mich. Es zu teilen, hat wirklich geholfen, die Last von meinen Schultern zu nehmen. Ich wünschte, ich hätte das früher getan und ich wünschte, es wäre ein offenes Thema.“

Jeder sollte einen Therapeuten haben
Darüber hinaus ist Lindsey Vonn davon überzeugt, dass sich viele Sportler und Sportlerinnen in derselben Situation befinden würden. „Ich glaube, dass so viele Menschen mit psychischen Problemen zu tun haben und es niemandem erzählen“, so Vonn. Umso wichtiger sei es, dass sich Athletinnen wie Osaka öffnen und auch als Vorbild agieren würden. „Je mehr wir die Gemeinsamkeiten teilen, desto hilfreicher kann es sein, Fortschritte zu machen.“

Es müsse zur Normalität werden, über die eigene mentale Gesundheit zu sprechen. Nur damit könne man auch einen wichtigen Schritt nach vorne gehen. „Ich glaube, ganz ehrlich, dass jeder Mensch einen Therapeuten haben sollte. Es müsste so gewöhnlich sein, wie einen Zahnarzt oder Kinderarzt zu haben. Wir müssen psychische Probleme ernst nehmen“, fordert Vonn.

Schlagwörter: Wintersport

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