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Kjetil Jansrud steht der WM-Verschiebung skeptisch gegenüber. © APA/afp / ALBERTO PIZZOLI

„Macht keinen Sinn“: WM-Kritik im Ski-Lager wird lauter

CONI-Chef Giovanni Malagò hatte am letzten Sonntag verkündet, dass die FISI in Absprache mit dem örtlichen Organisationskomitee und der Gemeinde Cortina eine Verschiebung der Skiweltmeisterschaft anstrebe. Jetzt wird die Kritik zu diesem Vorhaben immer lauter.

Italiens Ski-Koryphäe Federica Brignone sagte kürzlich, dass sie verärgert sei und sie es satt habe, wie mit der Corona-Krise umgegangen wird. „Es wird übertrieben“, behauptete sie. Mit diesem Gedanken ist sie unter den Athleten nicht alleine. Denn auch der amtierende Abfahrts-Weltmeister Kjetil Jansrud äußerte in einem Interview mit dem norwegischen Rundfunk (NRK) Zweifel zur Sinnhaftigkeit eines zweiten Großereignisses innerhalb von nur einem Monat.


„Ich denke, das wird nicht passieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Weltmeisterschaft direkt im Anschluss an den Olympischen Spielen in Peking stattfindet. Das macht keinen Sinn“, betont Jansrud.

Auch Routinier Manfred Mölgg ist von einer Verschiebung nicht begeistert. „Wenn es wirklich abgesagt wird, finde ich das nicht ganz okay. Klar verstehe ich die Situation. Es gibt viele Probleme, auch finanzieller Natur. Aber 2022 binnen weniger Wochen 2 Großereignisse hineinpacken, das wäre schon etwas viel“, erklärte das Slalom-Ass erst vor kurzem gegenüber SportNews.

Kilde befürchtet Verschiebung
Gesamtweltcupsieger Aleksander Aamodt Kilde glaubt hingegen, dass sich genau dieser Plan durchsetzen wird, wenngleich er von der Idee nicht begeistert ist. „Es sieht jetzt danach aus, ohne dass ich etwas sicheres sagen kann. So unerfreulich es auch ist, aber wir können wenig dagegen tun“, meint der Norweger, auf den ein Mammutprogramm warten würde, zählt er doch einzig im Slalom nicht zur Weltspitze.

Jansrud ist überzeugt, dass die WM reibungslos verlaufen würde, ist aber besorgt, dass das Interesse an einer Weltmeisterschaft nachlassen könnte, wenn sie unmittelbar nach einer Olympiade stattfindet. Deshalb glaubt der 34-Jährige, dass der Vorschlag weder bei den Fernsehzuschauern noch bei den Sponsoren gut ankommt. Er vermutet, dass der Antrag „ein Versuch ist, Druck auf die FIS auszuüben“.

Ob der internationale Skiverband dem italienischen Antrag zustimmt oder nicht, steht zurzeit noch nicht fest. Mit einer Entscheidung dürfen die Skifans frühestens am 1. Juli rechnen.

Autor: leo

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