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Ski-Star Marcel Hirscher hat sich an die Pension gewöhnt. © APA / HERBERT PFARRHOFER

Ski-Pensionist Hirscher: „Am Anfang war es der Horror“

Marcel Hirscher hat im Ski-Sport eine Ära geprägt – und sich überraschend im September letzten Jahres zurückgezogen. Jetzt blickt die Ski-Legende zurück.

In einem Interview mit dem Red Bulltin sprach der Ski-Star ausführlich über sein Leben nach der Karriere als alpiner Rennläufer. „Am Anfang war es ein Horror“, so der Salzburger über die unmittelbare Zeit nach seinem Karriereende. „Es war wirklich sehr, sehr schwierig, speziell, weil man als Profisportler glaubt, man muss das Maximum aus jedem einzelnen Tag herausholen. Im Alltag von heute hat diese Herangehensweise nicht mehr ihre Daseinsberechtigung. Denn sie wird auf Dauer ziemlich anstrengend.“

100 Telefonate an einem Tag
Eine Anekdote zeigt, wie intensiv Hirscher seinen Alltag als Ski-Profi erlebt hat. „Zu meiner stressigsten Zeit habe ich einmal über hundert Telefonate an einem Tag geführt. Ich habe da irgendwie zufällig nachgezählt und bin erschrocken. Es waren keine langen Gespräche, es ging um Dinge, die mich während einer Skisaison beschäftigt haben. Logistik, wer holt das, wer bringt jenes. Plötzlich gibt es nun Tage in meinem Leben, wo mich niemand anruft. So cool und praktisch ein Handy ist, heute weiß ich, was für ein Geschenk es ist, wenn es einmal zwei Tage lang nicht klingelt. Am Anfang geht dir vielleicht was ab, aber eigentlich fehlt gar nix.“

Hirscher weiter: „Als Profisportler war ich die Mensch gewordene To-do-Liste. Es war notwendig, systematisch Punkt für Punkt vorzugehen, um schlussendlich zum gewünschten Resultat zu kommen. Heute bin ich megafroh, dass es genau um diese Sachen nicht mehr geht.“
Hirscher gibt TV-Debüt
Mittlerweile hat sich der Star mit seiner Rolle als Ski-Pensionist bestens zurechtgefunden. Er verbringt viel Zeit mit seiner Familie und in den Bergen. Nun wagte sich Hirscher sogar wieder vor die Kamera: Am Donnerstag moderierte er im ORF die Sendung „Ein Sommer in Österreich – Urlaub in Rot-Weiß-Rot“. Dass Österreichs Ski-Held die Massen immer noch anzieht, wird beim Blick auf die Quoten deutlich: Durchschnittlich erreichte er knapp 1,2 Millionen Zuseher bei einem Marktanteil von 36 Prozent.

Autor: det

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