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Auf dem Sprung in die Weltspitze: Martina Peterlini

Martina Peterlini: Die Trentinerin mit dem Faible für Südtirol

Martina Peterlini ist eines der größten Talente in Italiens Ski-Landschaft, stammt aus Rovereto und pflegt ein inniges Verhältnis zu Südtirol. Im SportNews-Interview verriet sie, wie dieses zustande kam, an was sie sich besonders gern zurückerinnert und erklärt, warum sie den Abgang von Erfolgscoach Heini Pfitscher bedauert.

Sie ist nicht nur auf, sondern auch abseits der Piste eine Erscheinung, weiß sich gekonnt in Szene zu setzen und unterhält mit ihrer sympathischen, aufrichtigen Art in den sozialen Netzwerken über 15.000 Follower. Vor allem aber ist Martina Peterlini mit einem skifahrerischen Talent gesegnet, das sie schon bald in die Weltspitze hieven könnte.

Schon mit zwei Jahren stand die 22-Jährige, die mit schnörkellosem Südtiroler Dialekt beeindruckt, auf Skiern. Kein Wunder, entstammt sie doch einer Familie von Skilehrern. „Ich bin mit Schnee im Blut geboren“, sagt Peterlini, die sich „sofort ins Skifahren verliebt hat.“

Mals die richtige Entscheidung
Um die Leidenschaft zum Beruf zu machen, entschied sie sich für die Sportoberschule in Mals, aus der schon Stars wie Dominik Paris oder Dorothea Wierer hervorgegangen sind. „Meiner Meinung nach ist es die beste Oberschule, weil sie einerseits eine sehr gute schulische Ausbildung garantiert und zugleich ausgewiesene Trainer die Athleten begleiten und diese stetig verbessern“, meint Peterlini. Auch die nahegelegenen Skigebiete hätten sie in ihrer Entscheidung bestärkt. Diese seien „ein Paradies“ für jeden Skifahrer.

Noch immer kehrt die Slalom-Spezialistin nach Mals zurück, um mit Konditionstrainerin Monika Müller an ihrer Physis zu arbeiten. Zurückblickend sagt Peterlini, die Zeit in Mals seien „ihre besten Jahre“ gewesen. Sie kam als Rohdiamant, wurde geschliffen und zu der Athletin gemacht, die sie heute ist. Auch die Zugehörigkeit zur Polizeigruppe (Fiamme Oro), der Peterlini „unendlich“ dankbar ist, trage dazu bei.

Voll fokussiert: Martina Peterlini © Pentaphoto


Den endgültigen Durchbruch gelang der Trentinerin in dieser Saison: Mit der hohen Nummer 47 schaffte sie es, sich in Levi für den zweiten Durchgang zu qualifizieren. „Als ich im Ziel abschwang und sah, dass ich 18. bin, war die Freude riesengroß“, meint Peterlini, die im zweiten Lauf der Nervosität geschuldet acht Plätze einbüßte. Dennoch habe ihr dieses Ergebnis viel Selbstbewusstsein verliehen und gezeigt, dass sie auch im Weltcup bestehen kann.

Dass sie nicht nur bestehen kann, sondern das Zeug hat, vorne mitzumischen, wurde in Zagreb ersichtlich. Mit einem famosen zweiten Durchgang preschte sie bis auf Rang 14 vor – und das mit der sechstbesten Laufzeit. Zwischenzeitlich saß sie sogar auf dem „heißen Stuhl“ der Führenden. „Ohne Zweifel war das der schönste Moment der Saison“, betont Peterlini, die sich dank starker Ergebnisse im Europacup (2 Siege) für die kommende Weltcup-Saison einen Fixplatz erarbeitet hat. In dieser will sie sich weiter steigern, vielleicht in die Top-15 vorstoßen. Weil sie beim ersten Slalom des neuen Winters schon in den Top-30 startet, ist ihr das absolut zuzutrauen. „Es gibt noch viel Verbesserungspotenzial“, sagt sie.

Martina Peterlini drängte sich in der abgelaufenen Saison in den Mittelpunkt. © Pentaphoto


Auf ihrem Weg dorthin muss sie allerdings auf Heini Pfitscher, der sie und das Slalom-Team zuletzt betreut hatte, verzichten. Der Trainer aus Truden wechselt zur neuen Saison in die Schweiz. „Als ich die Nachricht erhalten habe, tat es mir leid. Ich habe zu Heini ein sehr gutes Verhältnis. Er gab wichtige Tipps, fand die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt“, drückt Peterlini ihr Bedauern aus.
Studium in Bruneck
In Zeiten des Coronavirus, in denen nicht ans Skifahren zu denken ist, stehen bei Peterlini zwei Trainingseinheiten pro Tag auf dem Programm. Nun hat sie auch die Chance, sich ihrem Studium widmen. „Ich studiere in Bruneck Tourismus und Management, in drei Jahren habe ich aber nur vier Prüfungen geschafft. Es bleibt schlichtergreifend zu wenig Zeit dafür“, so Peterlini. Den Lernstoff will sie deshalb in der skifreien Zeit nachholen.

Autor: leo

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