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Matthias Mayer bleibt der Mann für Großereignisse. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Mayer-Zauberfahrt und Paris-Tabu

Und wieder jubelt Matthias Mayer. Der 31-Jährige lieferte am Dienstag beim olympischen Super-G eine Galavorstellung und sicherte sich die dritte Olympia-Goldene seiner Karriere. Dominik Paris konnte sich seinen Medaillentraum unterdessen nicht erfüllen.

Wie schon die Abfahrt am Vortag bot das Rennen in Yanqing Spektakel. Einerseits trug das Kaiserwetter dazu bei, vor allem aber waren es die Athleten selbst, die die wenigen Zuschauer im Zielraum aus den Sitzen rissen. Auf dem technisch anspruchsvollen Kurs spielten die großen Namen, angeführt vom überragenden Mayer, ihre ganze Klasse aus. Die Silbermedaille holte sich überraschend Ryan Cochran-Siegle, Bronze Topfavorit Aleksander Aamodt Kilde. Zu den großen geschlagenen zählten am Dienstag Marco Odermatt und die Südtiroler.


Das Rennen beinhaltete alles, was das Ski-Herz höher schlagen lässt: Packende Passagen, Führungswechsel und viel Spannung. Mayer schaffte es in all dem, seinen Titel von Pyeongchang zu verteidigen. Der Österreicher legte einen kuriosen Start hin, löste den Startbügel beinahe zu früh aus, zündete dann aber den Turbo. Mit vollstem Risiko und einer direkten Linie wandelte der Kärntner im unteren Abschnitt einen zwischenzeitlichen Rückstand in einen satten Vorsprung um. Er löste Kilde an der Spitze ab, der bereits zuvor die vermeintliche Siegfahrt gezeigt und im Ziel ausgiebig gejubelt hatte.

Freut sich über Bronze: Aleksander Aamodt Kilde © APA/afp / FRANCOIS-XAVIER MARIT


Gelassen konnte der nun dreifache Olympiasieger den weiteren Verlauf des Rennens aber nicht verfolgen. Der nach ihm gestartete Cochran-Siegle zeigte nämlich sein mit Abstand bestes Saisonrennen, lag bis zur letzten Zwischenzeit sogar mit 18 Hundertstelsekunden in Führung, musste sich letzten Endes aber 0,04 Sekunden hinter Mayer einreihen. Dadurch verdrängte er den Norweger Adrian Smiseth Sejersted, der schon mit einer sensationellen Medaille geliebäugelt hatte.
Unter ferner Liefen
Ein wahres Debakel erlebten unterdessen die Südtiroler. Dominik Paris kam auf seiner Jagd nach der ersten Olympia-Medaille nie auf Zug, baute zudem mehrere Unsauberkeiten ein und verlor ganze 2,68 Sekunden auf die Bestzeit. Edelmetall bei Winterspielen bleibt für den 32-Jährigen also ein Tabu, sofern er nicht in der Alpinen Kombination für eine Überraschung sorgt. Noch schlechter erging es Christof Innerhofer. Der 37-Jährige rutschte im unteren Abschnitt, als er schon einen großen Rückstand aufwies, am Innenski aus. Auch Medaillenanwärter wie Marco Odermatt und Beat Feuz beendeten das Rennen nicht.

Super-G in Yanqing:
Pos.NameLandZeit
1.Matthias MayerÖsterreich1.19,94 Minuten
2.Ryan Cochran-SiegleUSA+ 0,04 Sekunden
3.Aleksander Aamodt KildeNorwegen+ 0,42
4.Adrian Smiseth SejerstedNorwegen+ 0,74
5.Vincent KriechmayrÖsterreich+ 0,76
6.James CrawfordKanada+ 0,85
7.Romed BaumannDeutschland+ 1,16
8.Andreas SanderDeutschland+ 1,27
9.Blaise GiezendannerFrankreich+ 1,32
10.Trevor PhilpKanada+ 1,40
21.Dominik ParisUlten+ 2,68
DNFChristof InnerhoferGais

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