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Kjetil Jansrud hat sein Karriereende angekündigt. © APA / HANS PUNZ

„Mein letztes Rennen“: Kjetil Jansrud beendet Karriere

Er ist einer der besten Skifahrer, den es in Norwegen je gegeben hat. Nun kündigte Kjetil Jansrud sein Karriereende an – und hat in diesen schwierigen Zeiten emotionale Worte parat.

Von:
Thomas Debelyak

„Die Abfahrt am Samstag wird mein letztes Rennen als alpiner Skifahrer sein“, beginnt der 36-Jährige sein Posting in den sozialen Netzwerken. „Es war ein langer Gedankengang, um zu dieser Entscheidung zu kommen. Etwas zu beenden, das du dein ganzes Leben gemacht hast, ist nicht einfach“, schreibt Jansrud.


Der Norweger hatte schon vor der Saison angekündigt, dass dies sein letzter Weltcup-Winter sein würde. Dann aber kam er in Beaver Creek schwer zu Sturz und zog sich dabei eine schwere Kreuzbandverletzung zu. „Ich will mich zurückkämpfen“, sagte der Olympiasieger von 2014 damals. Wenige Wochen später verblüffte Jansrud die Ski-Welt, als er nach einem Blitz-Comeback (die Kreuzbandverletzung wurde ohne Operation therapiert) bei Olympia startete. Das war offenbar seine letzte Mission, denn nun ist Schluss: Die Abfahrt in Kvitfjell am Samstag wird das letzte Rennen sein im Leben des Ski-Superstars.

In Peking erfüllte sich Jansrud noch einmal einen Traum. © AFP / FABRICE COFFRINI


„Ich bin froh, dass ich in Kvitfjell meine Karriere beenden kann. Hier habe ich 2012 mein erstes Rennen gewonnen, hier konnte ich bisher in jedem Jahr vor meiner Familie und vor meinen Freunden fahren. Ich bin praktisch hier aufgewachsen. Ich wünschte, ich könnte die Dankbarkeit irgendwie ausdrücken“, so Jansrud, der aber auch ergänzt: „In diesen gefährlichen Zeiten ist mein Rücktritt – und dieses Posting – irgendwie bedeutungslos. Meine Gedanken und meine Hoffnungen sind bei der ukrainischen Bevölkerung. Bleibt stark.“
In jedem sechsten Rennen am Podest
Jansrud, der als Gröden-Spezialist galt, hat in seiner Karriere 356 Weltcuprennen bestritten. 55 Mal fuhr er aufs Podium, das bedeutet, dass er durchschnittlich in jedem sechsten Rennen in den Top 3 gelandet ist. 23 Mal stand er am Ende sogar ganz oben auf dem Stockerl. Auch bei Großereignissen hat der Speed-Spezialist abgeräumt. Seine größten Erfolge: Der Olympiasieg im Super-G 2014 sowie der Weltmeistertitel in der Abfahrt 2019. Jetzt freut sich der stets sympathische Norweger auf eine Sache ganz besonders: „Ich werde jetzt viel Zeit mit meiner Familie und jenen Menschen, die ich liebe, verbringen. Das ist das Einzige, was zählt.“

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