L Ski Alpin

Mit Vollgas in Richtung Zukunft. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Mini-Olympia? FIS will eigenes Großereignis

Seit der Schwede Johan Eliasch das Amt des Präsidenten übernommen hat, zeigt sich die FIS darum bemüht, ihrem Ansehen neuen Glanz zu verleihen. Nun will man offenbar ein weiteres großes Projekt in Angriff nehmen – die FIS Games. Termin und Standort für die erste Ausgabe stehen bereits im Raum.

Dass man den Alpinen Skisport in den kommenden Jahren umkrempeln will, ist längst bekannt. Der Weltcup soll nicht nur für die TV-Übertragungen aufpoliert werden, sondern vor allem für mögliche neue Fans attraktiv gestaltet werden. Kürzere Rennen, der Weltcup wird zur Liga, der Super G verabschiedet sich aus dem Rennkalender – so könnte die Zukunft schon bald aussehen. Aber mit diesen Vorhaben sieht sich die FIS noch lange nicht am Ende ihrer Visionen.


Unter dem Namen „FIS Games“ soll in den kommenden Jahren nämlich ein eigenes Großereignis an den Start gehen. Das Event soll dabei parallel zu den Olympischen Winterspielen abgehalten werden und jene Winter mit Medaillenregen füllen, in welchen ansonsten nur der Weltcup für Spektakel gesorgt hätte. Wie CH Media berichtet, sollen die Pläne bereits weit vorangeschritten sein.

Glanz und Glamour wichtiger als Sport
Auf den ersten Blick sieht also alles nach einer Miniatur-Version der Olympischen Spiele aus. Trotzdem unterscheiden sich die Ansätze der FIS wesentlich von jenen des IOC. Zwar sollen alle Sportarten des internationalen Wintersportverbandes zum Zuge kommen, aber nicht in allen Wettkämpfen um Medaillen gekämpft werden. Kurzum: Nur die attraktivsten Disziplinen werden bei den FIS Games vertreten sein.

Auf den Riesenslalom könnte bei den FIS Games zum Beispiel verzichtet werden. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Zieht man den Alpinen Skisport als Beispiel heran, könnte dies folgendes bedeuten: Während die Athleten in der Abfahrt und im Slalom antreten dürfen, werden Riesenslalom und Super G einfach außen vor gelassen. Damit will sich die FIS wohl auf das Spektakel fokussieren – auf Kosten anderer Disziplinen.
Schweiz als erster Standort
Über die ersten Ansätze der FIS Games wolle man Ende Mai auf dem FIS-Kongress in Portugal abstimmen. Laut ersten Informationen stehen die Jahre 2024 und 2028 als mögliche Premieren für das Großereignis im Raum. Swiss Ski-Präsident Urs Lehmann erklärte erst kürzlich, dass Johan Eliasch ihm mitgeteilt habe, dass „die Schweiz prädestiniert für die Austragung der ersten FIS Games“ sei.

Sollten die Pläne aber doch im Sande verlaufen, hält Eliasch einen weiteren Plan in der Rückhand. Demnach sollen alljährliche Weltmeisterschaften in den alpinen Disziplinen ebenso ein Thema sein.

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Mit solchen Schnapsideen macht man die Schirennen sicher nicht attraktiver. Der Präsident denkt an die Eintrittskarten die er verkaufen will und an die Fernsehrrechte, die er verscheppern will, aber möglicherweise bleibt er auf den Plunder hocken, weil irgendwann wird einer der Fahrer aufstehen und sagen, er soll sich seine Rennen selber fahren. Die Kleinkinder möchten auch jeden Tag Weihnachten feiern, aber iregendwann werden sie erwachsen, dann schmecken ihnen die Kekse im Sommer auch nicht mehr.

07.01.2022 18:48

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