
Wendy Holdener greift im Slalom von Levi wieder an. © ANSA / ANDREA SOLERO
Mit Kindertrick zum Sieg? Holdeners ganz besonderer Kniff
Drei Jahre liegt der letzte Weltcupsieg von Wendy Holdener mittlerweile zurück. Am Samstag will die Schweizerin im Slalom von Levi an die Spitze zurückkehren. Dabei soll ihr ein simpler Kindertrick helfen.
14. November 2025
Von: nie
Gewissermaßen führt der Weltcup am Samstag (ab 11.00 Uhr im SportNews-Liveticker) in das Wohnzimmer von Mikaela Shiffrin. Acht Slalom-Siege errang die US-Amerikanerin in der finnischen Kälte, so viele wie niemand vor ihr. Da stellt sich die Frage: Wie kann man einer solchen Dominatorin überhaupt Paroli bieten? Mit Wendy Holdener, in Levi bereits viermal auf dem Podest, scheint sich eine vielversprechende Herausforderin gefunden zu haben. In der Vorbereitung griff die 32-Jährige nämlich auf eine besondere Technik zurück, die ihr vor allem im hohen Norden in die Karten spielen könnte.
„Auf flachen Pisten und aggressivem Schnee konnte ich ein paar geile Schwünge ziehen. Fast vergaß ich, dass ich angekettet bin“, erklärte Holdener im Interview mit Blick. Worauf sie sich damit bezieht? In der Vorbereitung griff die Team-Olympiasiegerin von 2018 auf eine Skihilfe zurück, die der ein oder andere in einer ähnlichen Form wohl aus der Ski-Schule kennt. So werden vor und hinter der Bindung zwei Schienen aus Karbon montiert, welche die Athletin dazu bringen, die Ski konsequent parallel zu halten (zu sehen im Instagram-Post weiter unten). Bei Kindern werden ähnliche Techniken verwendet, um zu verhindern, dass sich die Skier verselbstständigen oder beispielsweise überkreuzen.
Holdener: „Sehne mich nach dem nächsten Sieg“
„Wir wollen die kleinen Drifter, die Wendy vor den Toren manchmal hat, ausschalten. Ziel ist, sofort auf Zug zu gehen“, erklärte Trainer Jörg Roten den besonderen Kniff. „Ein neuer Reiz, den wir in ihr Programm eingebaut haben.“ Damit will Holdener den schnellsten Slalom-Herren nacheifern, allen voran Henrik Kristoffersen. „Höher stehen, näher an die Tore, die Auflage gleichmäßiger verteilen. Das ist der Trend“, unterstrich Roten.Doch nicht nur bei der Haltung will Holdener von den Schienen profitieren. „Ich kann keine V-Stellung machen, die bremst. Und ich muss mit der Hüfte sauber über dem Ski stehen, sonst fällt man fast“, erzählte sie. In steilen Passagen verzichtete die Eidgenössin auf die Schienen, dort stehen sie ihr eher im Weg. In flacheren Abschnitten hingegen konnte sie Fortschritte erzielen – die sie in Levi in einen Sieg ummünzt? Vor allem das Finale mit seinen flachen Passagen könnte Holdener in die Karten spielen. „Ich sehne mich nach dem nächsten Sieg“, blickte sie voraus. Der erste Durchgang steigt am Samstag um 11.00 Uhr, die Entscheidung geht um 14.00 Uhr über die Bühne.
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