
Federica Brignone küsst ihre Goldmedaille. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO
Mitten im Interview: Tomba überrascht Brignone
Federica Brignone hat sich am Sonntag mit ihrer zweiten Goldmedaille in Cortina d’Ampezzo zur Legende gemacht. Von einer anderen Legende wurde sie dagegen überrascht.
16. Februar 2026
Aus Cortina d'Ampezzo

Von:
Thomas Debelyak
Seit über einer Stunde gibt Federica Brignone nun schon Interviews. Zuerst bei den offiziellen Olympia-Sendern, dann bei den TV-Anstalten, schließlich bei den Print- und Onlinejournalisten, und nach der offiziellen Pressekonferenz steht die Aostanerin dann auch noch in einer intimeren Runde den italienischen Reportern Rede und Antwort.
Als Brignone – die vier Tage nach der sensationellen Super-G-Goldmedaille auch im Riesentorlauf Olympiasiegerin wurde – gerade mit ihren Ausführungen beschäftigt ist, stupst sie Andrea Facchinetti, Pressesprecher des italienischen Wintersportverbandes, an die Schulter. Dann übergibt er ihr sein Telefon. „Tomba ist dran“, sagt er. Ein kurzes Raunen geht durch die Runde.
„Holst du jetzt auch noch im Slalom Gold?“ Alberto Tomba
„Ciao, Albi“, freute sich Brignone sichtlich über den Anruf und fügt blitzschnell an: „Du bist auf Lautsprecher, alle können dich hören.“ „Fede, großes Kompliment“, sagt Tomba, der in Italien als der populärste Skifahrer aller Zeiten gilt. Außerdem ist er dafür bekannt, immer einen kecken Spruch auf Lager zu haben. So auch für Brignone.
Zwei Champions: Federica Brignone und Alberto Tomba. © ANSA / ANSA
„Fede, machst du jetzt auch noch den Slalom, um dir dein drittes Gold zu holen?“, scherzt der 59-Jährige. Die Antwort von Brignone, die alle Disziplinen außer Slalom fährt, ist schlagfertig. „Den einzigen Slalom, den ich noch fahre, ist jener im Österreich-Haus“, spielt die 35-Jährige auf die anstehende Party an. Tomba will danach noch wissen, wie sich „Fede“ fühlt. „Ungläubig, einfach ungläubig“, antwortet Brignone.
Compagnonis Glückwünsche
Nur wenige Minuten später klingelt das Handy von Pressesprecher Facchinetti erneut. Dieses Mal ist Deborah Compagnoni am anderen Ende der Leitung. 1998 holte sie als bislang letzte Italienerin den Olympiasieg im Riesentorlauf – bis nun Brignone kam.„Fede, zum Glück war ich heute alleine daheim, da konnte mich niemand hören, wie ich gejubelt habe. Du warst einfach fantastisch. Ich habe daran gedacht, was du in den letzten Monaten alles durchmachen musstest – wirklich ein großes Kompliment für das, was du nun geleistet hast. Du bist einfach großartig“, so die 55-Jährige. Brignone freute sich sichtlich über diese speziellen Glückwünsche.
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Hermann Zanier
Die arme Della Mea geht unter: niemand spricht von ihr, die über sich hinaus gewachsen ist und nur um wenige Hundertstel von Sekunden keine Medaille holte. Auch Asia Zenere, die im 2. Lauf Bestzeit gefahren ist, bei für alle besten Bedingungen, hätte etwas Anerkennung verdient, nicht zu spechen von Goggia, der ja das Riesenslalom-Fahren noch nicht ganz geläufig ist.
16.02.2026 09:11


Kommentare (1)