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Eine der besten Skifahrerinnen der Welt: Katharina Liensberger. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Mobbing: Ski-Star Liensberger spricht über dunkle Zeiten

Katharina Liensberger ist die Senkrechtstarterin in der Ski-Szene. Doch nicht immer ist im Leben der Österreicherin alles so glatt gelaufen wie zurzeit.

Drei Medaille, zwei aus Gold, eine aus Bronze: Katharina Liensberger hat bei der Weltmeisterschaft alle Erwartungen übertroffen und ist spätestens seit den Titelkämpfen in Cortina d'Ampezzo einer der neuen Superstars in der Ski-Szene. Was die 23-Jährige aus Feldkirch unter anderem so stark macht? Ihr großer Ehrgeiz. Doch nicht immer ist das so gut angekommen.


Im „Frühstück bei mir“ mit Ö3-Moderatorin Claudia Stöckl erzählte Liensberger, dass sie in ihrer Schulzeit in der Skimittelschule Schruns Opfer von Mobbing geworden ist. „Es ist mir wirklich schwer gefallen, da auch in der Gruppe zu sein. Ich bin in die Skihauptschule gegangen, weil ich Skifahren wollte und meinen Tag damit verbringen wollte, darin besser zu werden. Auf einmal habe ich gemerkt, dass das von manchen nicht akzeptiert worden ist. Es war nicht so einfach, meinen Weg da drin konsequent gehen zu können.“

In Cortina d'Ampezzo holte Liensberger unter anderem im Slalom Gold. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Anhand eines Beispiels erklärte sie, wie sie diese Situation erlebte. „Es ist ums Auslaufen gegangen. Ich habe mir gedacht, die Runde passt perfekt. Doch die anderen wollten sie nicht rennen. Ich sagte, ich melde mich, wenn ich sie gerannt bin und wir treffen uns danach. Das ist aber nicht akzeptiert worden. Ich habe ihnen natürlich irgendwo einen Spiegel aufgezeigt. Vielleicht wollten ihre Eltern einfach, dass sie das tun, und sie wollten es einfach nicht. Ich weiß es nicht.“
Gedanken, alles hinzuschmeißen
Freundinnen oder Freunde habe sie an der Skihauptschule nicht gehabt. „Ich war isoliert von der Klasse. Es war für mich wirklich eine harte Zeit. Da war meine Mama extrem wichtig, mit ihr habe ich viel telefoniert. Es ist soweit gegangen, dass der Erzieher gesagt hat, wir müssen den Kontakt abbrechen am Telefon. Gott sei Dank war das dann nicht so.“

Liensberger hatte auch Gedanken, alles hinzuschmeißen. „Ich kann mich an eine Situation erinnern, da war ich in der dritten Klasse – also das erste Jahr in der Skihauptschule. Da bin ich alleine gelaufen. Dann bin ich runter zu diesem Bach, habe mich hingesetzt, habe durchgeschnauft. Mir ist es dreckig gegangen. Ich habe mir gesagt: Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder ich stehe es durch oder nicht. Aber ich wollte das dann wirklich durchziehen. Allerdings war es für mich sehr gut zu wissen, dass es ein Ende hat.“

Nun ist Liensberger Doppelweltmeisterin. Ihre Hartnäckigkeit – auch in diesen schwierigen Zeiten – hat sich also bezahlt gemacht.

Autor: det

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