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Hat eine zweite Karriere begonnen: Ragnhild Mowinckel © Ragnhild Mowinckel

Mowinckels Albtraum: „Schätze die Dinge jetzt mehr“

Der Skiweltcup dringt im Januar in die heiße Phase ein. Mitten drin: Ragnhild Mowinckel, die nach einer langen Leidenszeit in diesem Winter ihr Comeback gefeiert hat und jetzt eine erste Bilanz zieht.

638 Tage und zwei Kreuzbandrisse später ist Ragnhild Mowinckel im Dezember in Courchevel in den Skiweltcup zurückgekehrt. Als 20. ließ die zweifache Olympia-Medaillengewinnerin ihre Klasse sofort aufblitzen. An alter Stärke konnte sie aber (noch) nicht anknüpfen – das habe sie von sich selbst jedoch auch nicht erwartet. „Insgesamt ist das Comeback perfekt gelaufen“, resümiert die Norwegerin gegenüber VG, fügt aber hinzu, dass sie es sich wünschen würde, dass alles schneller geht. „Ich fühle mich nicht mehr so wohl wie vor den Verletzungen. Aber es geht darum, meinem Knie zu vertrauen und es einfach immer wieder zu versuchen.“ Sie spüre, dass sie Fortschritte mache.


Wichtig sei es, sich Zeit zu geben, um Selbstvertrauen aufzubauen, sagt Mowinckel. Sie weiß, dass sie noch einen weiten Weg vor sich hat – sowohl geistig als auch körperlich.

Bei Olympia dekoriert: Ragnhild Mowinckel © APA/afp / MARTIN BERNETTI


Die Frau aus Molde hatte sich 2018 mit einem Weltcupsieg und zwei Medaillen bei den Olympischen Spielen in die Weltelite vorgearbeitet. Nach einer weiteren, höchst erfolgreichen Saison folgten die zwei Verletzungen, die ihre Kraft und Geduld auf eine harte Probe stellten. Unzählige Stunden bei Ärzten, Physiotherapeuten und Trainern haben sie dorthin zurückgebracht, wo sie hingehört: Auf die Piste.

Der Gedanke, dass ihr das gleiche Schicksal, das sie „unwirklich“ bezeichnet, noch einmal widerfahren könnte, fährt mit. „Da ich schon einmal verletzt war, ist die Gefahr größer als normal. Aber das Knie wird immer stärker“, behauptet Mowinckel.
Den Rennzirkus vermisst
„Die Verletzungen haben mich dazu gebracht, das Leben anders zu sehen. Ich habe erkannt, wie viel Glück ich habe“, betont die Norwegerin. „Ich habe eine weitere Chance bekommen und schätze die Dinge mehr als zuvor.“

Wie sehr Mowinckel den Weltcup vermisst hat, wurde ihr erst bewusst, als sie in Courchevel wieder ins Renngeschehen eingriff. Die Athletinnen seien eine „einzigartige Einheit“ – sowohl innerhalb des Teams als auch über nationale Grenzen hinweg. „Wir verbringen viel Zeit miteinander und sehen, welch große Mühe jeder aufbringt.“ Man habe großen Respekt voreinander. Denn am Ende sei man eben nur Menschen, sagt Mowinckel.

Autor: leo

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