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Hat schwierige Monate hinter sich, nun kann sie wieder lachen: Verena Gasslitter.

Nach 5 OPs: Gasslitters Leidenszeit neigt sich dem Ende zu

Zweieinhalb Jahre ist es mittlerweile her, dass Verena Gasslitter ihr letztes Ski-Rennen bestritten hat. Die junge Kastelrutherin hatte in den letzten Monaten mit schier unglaublichem Verletzungspech zu kämpfen. Nun sieht die 22-Jährige jedoch wieder Licht am Ende des Tunnels, wie sie im großen Interview mit SportNews verrät.

Das Unheil nahm am 4. Dezember 2016 seinen Lauf: Im Super-G von Lake Louise verdrehte sich die Kastelrutherin ausgerechnet beim letzten Sprung das linke Knie und riss sich das Kreuzband. Der Beginn einer Leidenszeit, die bis heute andauert.

Mit SportNews sprach Gasslitter über…
… ihre unglaubliche Verletzungsmisere:
„Im Dezember 2016 riss in Lake Louise das Kreuzband im Knie. Ich habe danach gleich in Innsbruck operiert, die Verletzung ist gut verheilt. Nach einigen Monaten Pause konnte ich beim Sommertraining wieder ohne Probleme mitmachen. Im September 2017 kam dann aber der nächste Schock: Bei einem Trainingslauf in Ushuaia (Argentinien, Anm. d. Red.) hat auf einer Welle der Ski gegriffen, mein Bein verdrehte sich und ich zog mir einen Schien- und Wadenbeinbruch zu.“

Im Dezember 2016 bestritt die Kastelrutherin ihr bislang letztes Rennen. © Pentaphoto



… den weiteren Verlauf der Verletzung:
„Der Schien- und Wadenbeinbruch wurde sofort in Argentinien operiert. Mit dem lädierten Bein und vielen Schmerzmitteln intus trat ich die Rückreise an, wo ich noch einmal von meinem Vertrauensarzt untersucht wurde. Die ernüchternde Diagnose: In Südamerika wurde falsch operiert. Deshalb musste ich mich am 19. Oktober 2017 erneut unters Messer legen. Danach hätte eigentlich alles verheilen sollen, ist es aber nicht. Ich hatte wochenlang starke Schmerzen und war immer auf Krücken unterwegs, sodass ich Ende April 2018 wieder operieren musste. Dieses Mal wurde mir eine weitere Platte hineingetan. Von da an ist es aufwärts gegangen.“


… die Rückkehr auf den Schnee:
„Im November 2018 musste ich mich noch einmal einem kleinen Eingriff unterziehen, um die Schrauben rauszutun. Schon zu Weihnachten konnte ich dann wieder ein bisschen Skifahren. Zwar war ich nur auf Touristenski unterwegs, aber es hat sich trotzdem toll angefühlt. Am San-Pellegrino-Pass oder in Bormio habe ich anschließend mit meinen Mannschaftskolleginnen leicht trainiert, das war schon ein gutes Zeichen. In der letzten Woche ging es dann auf das Stilfserjoch. Zu 100 Prozent kann ich noch nicht trainieren, das wird auch noch ein Weilchen dauern. Wichtig ist jetzt einfach, Sicherheit zu bekommen.“


… Gedanken, alles hinzuschmeißen:
„Nach dem Schien- und Wadenbeinbruch lag ich viele Wochen zu Hause und konnte nicht mal aufstehen, um zu essen. Als ich im Bett lag, hat mir oft sogar schon allein die Bettdecke wehgetan. Da habe ich mir nie und nimmer vorstellen können, dass ich irgendwann wieder einmal Skifahren kann. Ich konnte 20 Wochen lang mit dem Fuß nicht auftreten. Wenn man merkt, da geht nichts weiter, macht man sich schon Gedanken. Schlussendlich hat sich aber doch alles zum Guten gewandelt.“

Physiotherapien standen für Gasslitter in den letzten Monaten an der Tagesordnung.


… wichtige Personen in dieser schwierigen Zeit:
„Meine Familie, die Trainer, die Freunde und Mannschaftskollegen sind in all der Zeit hinter mir gestanden und haben mir Mut zugesprochen. Ich sehe jetzt Licht am Ende des Tunnels. Es wird zwar noch einige Zeit brauchen, bis wieder alles normal ist. Aber ich stehe jetzt am Morgen auf und habe keine Schmerzen – das ist für mich schon sehr viel.“


… ihren weiteren Genesungs-Zeitplan:
„In den nächsten beiden Wochen werde ich Trockentrainings machen. Ich muss schauen, meine Schwachpunkte am Unterschenkel zu stärken. Ich denke schon, dass ich heuer noch erste Rennen fahren kann. Wichtig ist jetzt aber, Sicherheit zu bekommen.“

Zur Person Verena Gasslitter:
Die 22-Jährige gilt als begnadetes Speed-Talent. Bei der Junioren-WM in Sotschi holte sie 2016 im Super-G Bronze, zudem stehen ihr ein Sieg und vier weitere Podestplätze im Europacup zu Buche. Obwohl Gasslitter seit zweieinhalb Jahren keine Rennen mehr bestritten hat, ist sie weiterhin Teil der Nationalmannschaft.


Fragen: Thomas Debelyak

Autor: det

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