
Broderick Thompson hört auf. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / SEAN M. HAFFEY
Nach lebensgefährlichem Sturz: Ski-Ass hört auf
Ein Kanadier hätte seine Ski-Karriere liebend gern fortgesetzt, auf Anraten der Ärzte musste er nun aber einen wehmütigen Schlussstrich ziehen.
29. Mai 2026
Von: leo
„Ich habe das Gefühl, als ob ich mich morgen aus dem Start in Kitzbühel schieben könnte.“ Mit diesen Worten meldet sich der kanadische Speed-Spezialist Broderick Thompson in den sozialen Medien zu Wort. „Das damit verbundene Risiko ist nach meiner Hirnverletzung medizinisch jedoch nicht ratsam. Ich respektiere die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Betreuung, die mir zuteilwurde, bin den Ärzten dankbar, die mir das Leben gerettet haben, und vertraue denen, die sich um meine Zukunft kümmern. Deshalb halte ich mich von diesem Risiko fern und suche mein Glück anderswo.“
Rückblende: Im November 2023 stürzte der 32-Jährige in Beaver Creek beim zweiten Abfahrtstraining auf dem gefürchteten Golden-Eagle-Sprung schwer. Mit dem Helikopter wurde Thompson ins Krankenhaus geflogen, in dem Ärzte ein Blutgerinnsel im Gehirn feststellten. Der Kanadier überlebte, kehrte seither aber nicht mehr in den Weltcup zurück. Vier Slaloms absolvierte er in der letzten Saison auf FIS-Niveau.
Auf einem Podest mit Odermatt
Nun also folgt das definitive Karriereende. „Ich bin allen, die mich unterstützt und mir geholfen haben, mein Bestes zu geben, unendlich dankbar. Ich habe wirklich alles gegeben und freue mich darauf, meine Geschichte als Skifahrer (mit sanfteren Landungen), als Sportler und als Trainer fortzusetzen“, schreibt Thompson, der in den letzten Jahren seine Liebe zum Freeriding fand.Schillernde Stars neben Broderick Thompson: Marco Odermatt und Matthias Mayer. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / MATTHEW STOCKMAN
„Ich bin auch sehr froh darüber, meine Leidenschaft für das Skifahren der nächsten Generation weiterzugeben. Und wenn ich 20 Kilo verlieren würde, könnte ich ja mein Comeback im Slalom fortsetzen“, scherzt er.
Thompson fuhr in seiner Karriere dreimal in die Top 10 des Weltcups. Den einzigen Podestplatz bejubelte er ausgerechnet an seinem Schicksalsort Beaver Creek, wo er 2021 im Super-G Dritter wurde. Er nahm jeweils an zwei Olympischen Spielen und zwei Weltmeisterschaften teil – eine Medaille blieb ihm dabei jedoch verwehrt.
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