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Ist nach seiner Olympia-Ausbootung außer sich: Mattia Casse. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / MATTHEW STOCKMAN

Nach Olympia-Aus: Ski-Azzurro ist fuchsteufelswild

Wer darf mit zu Olympia, wer nicht? Die Trainer in den verschiedenen Winter-Sportarten sind zurzeit nicht zu beneiden. Oft müssen knifflige Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer auf Verständnis stoßen.

Eine davon betrifft den italienischen Speed-Spezialisten Mattia Casse, der für das Aufgebot in Peking nicht berücksichtigt wurde – und das, obwohl er einige starke Resultate vorzuweisen hat wie einen 7. Platz in Gröden (Abfahrt) oder einen 9. bzw. 10. Rang in Beaver Creek und Bormio (beide Super-G).


„Ich habe heute aus den sozialen Netzwerken von meiner Ausbootung von den Spielen erfahren“, schreibt er mit einer gehörigen Portion Wut zu seinen Fans und erläutert dann: „Ich weiß, dass mir zuletzt manch ein Ergebnis gefehlt hat. Aber ich dachte nicht, dass man die Leistungen, die ich in all den Jahren erbracht habe, einfach so vergessen kann“, schickt der 31-Jährige, der die komplette vergangene Saison aufgrund einer Sprunggelenksverletzung verpasst hatte, einen Giftpfeil in Richtung FISI.

„Ich habe mich von einer Verletzung zurückgekämpft (und danach konstant Resultate eingefahren), ich habe am vergangenen 22. Dezember meinen Vater zu Grabe getragen und wenige Tage später in Bormio einen Top-10-Platz geholt“, so Casse, dessen Vater Alessandro kurz vor Weihnachten im Alter von 75 Jahren nach einer Krankheit gestorben ist.

Zuspruch von Werner Heel
„Laut Reglement hätte ich mir eine Einberufung zu Olympia vielleicht verdient gehabt, für die Politik aber natürlich nicht“, so der enttäuschte und wütende Kommentar des Speed-Spezialisten. Diese Zeile löschte er später aus seinem Posting. „Ich wünsche meinen Kollegen alles Gute“, so Casse, der am Ende sogar die Fortsetzung der Saison – und womöglich auch der Karriere – offen lässt. „Ich lasse euch wissen, ob wir uns in Norwegen sehen. Schauen wir mal.“ Nach den Olympischen Spielen stehen nämlich Weltcuprennen in Kvitfjell auf dem Programm.

Für sein Posting bekam Casse viel Mut zugesprochen. Unter anderem von Werner Heel, der zu seiner aktiven Zeit immer wieder mit fragwürdigen Entscheidungen des Verbandes konfrontiert wurde. „Willkommen in der Realität. Aber gib nicht auf“, schreibt der Passeirer.

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