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Entschlossener Blick nach vorne: Ski-Ass will es wissen. © APA / GEORG HOCHMUTH

Nach Rauswurf: Schweizer Ski-Profi kämpft um Karriere

Der Ski-Zirkus hat nicht nur seine guten Seiten. Wie in jeder anderen Sportart erlebt auch hier so mancher Athlet harte Zeiten – so wie ein Ski-Ass aus der Schweiz.

Reto Schmidiger galt einst als ein großes Versprechen in der Ski-Schweiz. 2010 und 2011 holte der 30-jährige Nidwalder insgesamt drei Goldmedaillen bei der Junioren-Weltmeisterschaft. Der Sprung an die absolute Spitze wollte ihm aber nicht gelingen, dafür war er in seinen 87 Weltcuprennen in regelmäßigen Abständen Gast in den Top 20. Die abgelaufene Saison sollte jedoch einiges ändern.


Der Slalomspezialist – dessen bestes Einzelergebnis ein 8. Platz aus dem Jahr 2011 ist – wurde von Verletzungen gebeutelt und fuhr nur zwei Mal in die Weltcuppunkte. Die Konsequenz? Nach Ende des Winters bekam er von Swiss-Ski die Kündigung, erhielt also keinen Kaderplatz mehr. „Bei mir war nach der Saison die Luft draußen, ich hatte von allem genug. Mit jedem Gespräch, das ich danach geführt habe, bekam ich aber das Gefühl, dass mich die Situation im Allgemeinen stört und nicht das Skifahren selbst. Das Feuer dafür brennt nach wie vor“, sagt Schmidiger im Interview mit dem Blick.

Reto Schmidiger gilt als Slalomspezialist. © AFP / FABRICE COFFRINI


Nach diesem herben Rückschlag raffte sich der gute Freund von Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt auf und entschied, seine Karriere fortzusetzen. Dank der Hilfe von treuen Sponsoren wird sich Schmidiger auf eigene Kosten durchschlagen. Dafür hat er auch schon einen neuen Trainer engagiert, nämlich den ehemaligen Slalomspezialisten Matthias Brügger, der ein Jahr jünger ist als der 30-Jährige und einst ein Teamkollege des Schweizers war.
Strolz als Inspiration
Reto Schmidiger will es also noch einmal wissen. Seine Inspiration dabei? Der Österreicher Johannes Strolz. Dieser war beim ÖSV ebenfalls aussortiert worden, kämpfte aber alleine weiter und holte im Vorjahr neben einem Weltcupsieg auch Olympiagold in der Kombi sowie Silber im Slalom. „Die Strolz-Story hat mich sehr inspiriert. Ich habe im Frühling auch lange mit Johannes telefoniert“, so Schmidiger im Blick. Trotz der schwierigen Situation strotzt das Ski-Ass also vor Tatendrang.

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