
Christof Innerhofer kann im Augenblick nicht ans Skifahren denken. © APA / EXPA/JOHANN GRODER
Nach Todesfall: Innerhofer fliegt heim – und die anderen?
Noch immer ist Italiens Skisport erschüttert vom tödlichen Unglück von Matteo Franzoso. Insbesondere seine Trainingskollegen am Unfallort in Chile sind hart getroffen. Für sie lautet nun die Frage: Wie geht es weiter?
18. September 2025
Von: fop
Am vergangenen Samstag ist Matteo Franzoso im Training in La Parva so schwer gestürzt, dass er zwei Tage später im künstlichen Koma seinen Verletzungen erlegen ist. Der italienische Abfahrer wurde nur 25 Jahre alt. Die Nachricht vom Unglück hat im Wintersport weltweit für Bestürzung und Entsetzen gesorgt.
Insbesondere Franzosos Familie, die sich umgehend auf die Reise nach Südamerika gemacht hatte, und seine Nationalteamkollegen in La Parva waren vom Unglück getroffen. Gemeinsam nahmen sie die vergangenen Tage im chilenischen Wintersportort Abschied vom jungen Abfahrer. Sein Leichnam wird nun nach Italien überstellt, wo er kommende Woche in Sestriere zu Grabe getragen werden soll.
Matteo Franzoso (†)
In Chile zurück bleiben vorerst eine Handvoll Teamkollegen, die in diesen schwierigen Stunden versuchen, den Schmerz auf irgendeine Weise wegzustecken. Zu ihnen zählen der Kastelruther Florian Schieder, Mattia Casse,Guglielmo Bosca und Giovanni Franzoni, die zwischenzeitlich mit dem Training ausgesetzt hatten, mittlerweile aber wieder auf Skiern stehen. Dominik Paris, der seine Vorbereitung aktuell getrennt von den anderen Abfahrern abhält, wird ebenfalls in Südamerika bleiben. Für ihn steht noch ein Trainingslager in Ushuaia (Argentinien) an.
„Ich habe gerade nicht die Kraft, um Ski zu fahren“ Christof Innerhofer
Allerdings haben auch mehrere Azzurri die Heimreise angetreten, darunter Christof Innerhofer. Er ist vorzeitig nach Südtirol zurückgekehrt. „Ich habe gerade nicht die Kraft, um Ski zu fahren“, sagte Innerhofer gegenüber der Tageszeitung La Repubblica. „Ich bin am Boden. Ich lag dort hellwach im Bett. Die erste Nacht nach dem Unglück bin ich bis 4 Uhr morgens spazieren gegangen, die zweite habe ich mich im Kraftraum abreagiert.“
Schreckliche Bilder im Kopf
Innerhofer war einer jener Athleten, die das Unglück hautnah miterlebt haben. Er war den Trainingshang unmittelbar vor Franzoso hinuntergerauscht. Im Ziel hat er schließlich vom Sturz erfahren, jedoch ohne die Auswirkungen zu kennen. Als der 40-jährige Routinier aus Gais dann im Sessellift die Strecke passierte, sah er den verletzten Franzoso und die herbeieilenden Sanitäter.Neben Innerhofer haben auch Franzosos Zimmerkollege Benjamin Alliod und weitere Abfahrer aus dessen Trainingsgruppe die Koffer gepackt, darunter auch der Grödner Max Perathoner. Für sie beginnt nun die Zeit der Aufarbeitung. Egal, ob in Chile oder zuhause in der Heimat – an die bevorstehende Olympiasaison mag bei den Azzurri gerade niemand so richtig denken.
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