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Cyprien Sarrazin hat sich im Eiltempo zu einem Weltklasse-Abfahrer entwickelt. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Neo-Abfahrtsstar verrät: „Dominik hat mir in Wengen gesagt...“

Die Wandlung vom Riesentorläufer zum Speedpiloten ist Cyprien Sarrazin innerhalb eines Jahres gelungen, neben weiteren Stockerlplätzen darf er sich bereits Sieger der Abfahrt von Bormio und im Super-G von Wengen nennen. Auch die Nobilitierung fand bereits statt.

„Dominik (Paris; Anm. d. Red.) hat in Wengen zu mir gesagt, nun bist du ein echter Abfahrer. Und wenn Domme das sagt ...“, meinte der Franzose lachend am Dienstag in Kitzbühel nach dem ersten Training für die Hahnenkammrennen.


Er habe derzeit ein gutes Gefühl mit der Geschwindigkeit, wolle aber demütig bleiben, erklärte der 29-jährige Sarrazin, der auch gern auf dem Mountainbike bergabwärts unterwegs ist. Das sei ihm auf Skiern auch eine Hilfe. „Deshalb lerne in der Abfahrt schnell.“ Im ersten Streiftraining am Dienstag hatte Sarrazin Probleme mit dem Material und bremste sich zudem etwas ein, lag am Ende 6,42 Sek. zurück. Er gab auch zu, dass er sich daher etwas gefürchtet habe, das erste Mal in dieser Saison. „Das Gefühl ist aber gut“, bekräftigte er.

„Am Anfang habe ich zu viel Risiko genommen, ich bin fast überall gecrasht.“ Cyprien Sarrazin über seinen Start als Abfahrer


In seiner erst zehnten Weltcup-Abfahrt feierte Sarrazin am 28. Dezember 2023 in Bormio seinen ersten Sieg. „Drei Tage davor habe ich mir gesagt, du kannst das gewinnen, es ist der richtige Platz.“ Zwölf Monate davor war er in Beaver Creek seine erste Abfahrt auf Weltcup-Niveau gefahren, ließ kurz danach als Sechster in Gröden sein Talent aufblitzen. Bei seinem Kitzbühel-Debüt vor einem Jahr überraschte er als Zehnter. In dieser Saison hat er zu den zwei Siegen zwei zweite Abfahrts-Plätze von Wengen sowie je einen vierten in Abfahrt und Super-G von Gröden vorzuweisen.

Vom Riesentorläufer zum Abfahrer

In der abgelaufenen Saison hatte Sarrazin im Riesentorlauf zu kämpfen, klassierte sich nur einmal. Daher sah er den Moment, etwas Neues zu probieren, gekommen. „Ich habe mit meinen Trainern geredet und wir haben gesagt, lasst es uns versuchen.“ In der Anfangszeit wurde er auf den Abfahrtspisten ziemlich durchgerüttelt. „Ich habe zu viel Risiko genommen, ich bin fast überall gecrasht. Das war nicht wirklich ich, ich habe an etwas anderes gedacht. Dieses Jahr habe ich Selbstvertrauen und Fokus.“ Er sei er selbst, genieße jeden Moment. „Es ist verrückt, wie schnell das alles gegangen ist.“

Dominik Paris, Marco Odermatt und Cyprien Sarrazin in Wengen. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Die 2016 gestarteten Bemühungen im Riesentorlauf fruchteten in nur drei Top-Ten-Plätzen im Weltcup, einmal war er 2019 in Alta Badia als Zweiter auf dem Podest. Den einzigen Sieg vor dieser Saison hatte Sarrazin in einem Parallel-Riesentorlauf 2016 ebenfalls in Alta Badia verbucht. Der letzte französische Gewinner in einer Kitzbühel-Abfahrt war 1997 Luc Alphand.

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