Nicol Delago: „Ich werde meine Lehren daraus ziehen“

Ihre Karrierekurve zeigte lange ganz steil nach oben, ehe ein Trainingssturz vor anderthalb Jahren einen gravierenden Knick verursachte. Nicol Delago hat sich mittlerweile aber wieder herangekämpft – wenngleich bislang beileibe nicht alles glatt lief.

Von:
Alexander Foppa

SportNews hat sich mit der 26-Jährigen getroffen und die letzten Monate Revue passieren lassen. Dabei spricht sie über ihren steinigen Weg zurück in die Weltspitze, den großen Olympia-Erfolg ihrer Schwester Nadia und Grödens Aussichten auf eine mögliche Ski-WM 2029.


Werfen wir zunächst einen kurzen Blick zurück auf den vergangenen Winter. Wie fällt Ihr Fazit aus?

„Es war die erste Saison nach meiner schweren Verletzung. Ich habe mir die Zeit genommen, mich behutsam wieder heranzutasten. Natürlich gab es einige Dinge, die man besser machen hätte können. Ich habe vielleicht nicht alle Puzzle-Teile richtige zusammengesetzt, doch daraus werde ich meine Lehren ziehen. “


Was wollen Sie in Zukunft besser machen?

„Ich betrachte das als Gesamtpaket, das es richtig zu schnüren gilt. Hier spielen technische aber auch mentale Aspekte mit ein. Fehler sind auch dafür da, um daraus zu lernen und es in Zukunft besser zu machen. Ich weiß jedenfalls: Ich werde an diesem schwierigen Jahr wachsen.“


Während Sie sich wieder langsam herantasten mussten, hat Ihre Schwester Nadia einen enormen Sprung gemacht und mit Olympia-Bronze den großen Coup gelandet. Hätten Sie ihr diese rasante Entwicklung zugetraut?

„Nadia hat sich konstant Schritt für Schritt nach oben gearbeitet, allerdings war sie manchmal im Hundertstelpech. Nun ist ihr endlich alles aufgegangen. Die Bronzemedaille bei Olympia ist der wohlverdiente Lohn. Das hat mich unheimlich gefreut. Es war nicht nur für sie, sondern auch für mich das ganz große Highlight dieses Winters.“


Ein zukünftiges Highlight könnte eine mögliche WM 2029 sein. Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, dass Gröden den Zuschlag erhält?

„Wir haben in meinen Augen ausgezeichnete Chancen. Hinter der geplanten Kandidatur steht ein erfahrenes, professionelles Team, das unglaublich viel Engagement und Leidenschaft hat. Darauf kommt es an.“


Was würde eine Heim-Weltmeisterschaft für Sie bedeuten?

„Was ich hier schon beim Weltcup erlebt habe, ist einzigartig. Das schönste im Sport ist es, die Emotionen mit jenen Personen zu teilen, die andauern hinter dir stehen – und wo kann ich das besser, als direkt vor meiner Haustür?“


In der Tat liegt ihr Heimathaus nur wenige hundert Meter von der Saslong entfernt...

„Ja, ich wohne in unmittelbarer Nähe zur Ciaslate-Wiese. Ich bin förmlich auf dieser Piste aufgewachsen. Es wäre ein absoluter Traum, hier um WM-Medaillen fahren zu dürfen. Bis 2029 sind es zwar noch einige Jahr hin, doch ein solches Fernziel vor Augen würde mir die nächsten Saisonen einen enormen Auftritt geben. Deshalb drücke ich ganz fest die Daumen, dass es mit der WM-Vergabe klappt.“


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