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Im Schweizer Lager knirscht es. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF

Odermatt kritisiert eigenen Trainer – „Ziemlich enttäuscht“

Während sich Aleksander Aamodt Kilde in Kvitfjell über den Gewinn der kleinen Kristallkugel freuen konnte, knirschte es im Schweizer Lager hingegen gewaltig. Marco Odermatt ließ seinem Frust freien Lauf – auch wegen einer pikanten Trainerentscheidung.

Der Hundertstelkrimi von Kvitfjell entschied nicht nur über den Tagessieger, vielmehr eroberte Kilde mit seinem siebten Saisonsieg vorzeitig Super G-Kristall. Wenn es nach Odermatt ginge, hätte die Entscheidung erst beim Weltcupfinale in Courchevel fallen sollen – möglichst mit eigener Beteiligung. Doch dieser Wunsch sollte dem Schweizer verwehrt bleiben. Mit einem schwachen Lauf und einem desolaten 28. Rang verhalf er seinem Konkurrenten ungewollt zu dessen dritter Kristallkugel.


„Ich bin schon ziemlich enttäuscht, obwohl ich vor dem Start gewusst habe, dass ich im Kampf um die Kugel die 61 Punkte Rückstand auf Kilde nur schwer aufholen würde“, gab er im Interview beim ORF zu. Dennoch hätte er sich gerne an dieser letzten Chance festgeklammert – die ihm aber angeblich aus den eigenen Reihen verbaut wurde. „Ich muss aber auch sagen, dass der Lauf sicher nicht für mich gesteckt war“, monierte er.

„Ich muss aber auch sagen, dass der Lauf sicher nicht für mich gesteckt war.“ Marco Odermatt

Natürlich ist dieser Umstand nicht ungewöhnlich, zumal die Kurse abwechselnd von Trainern der verschiedenen Verbände gesetzt werden. Im Fall Odermatt erweist sich die Aussage aber als pikant. Mit Manfred Widauer legte ausgerechnet der Schweizer Speed-Trainer die für Odermatt fatale Kurssetzung fest. „Da hat er Beat und Niels (Feuz und Hintermann, Anm.d.R.) berücksichtigt und nicht mich, bei dem es noch um die Kugel ging“, unterstrich er seine Aussage. Tatsächlich platzierten sich Feuz (5.) und Hintermann (9.) deutlich vor ihm.

Trotz des verlorenen Duells um die kleine Kristallkugel bleibt dem 24-Jährigen immer noch der Gesamtweltcup. Dort kann er nämlich in den kommenden Tagen zum ganz großen Wurf ansetzen. Momentan führt er mit 1239 Punkten vor Kilde (1050 Punkte). Der Norweger hat zudem angekündigt, dass er die beiden Riesentorläufe in Kranjska Gora (12./13. März) auslassen wird. Dies würde die Tür für Odermatt weit aufschlagen.
Paris optimistisch ins Weltcupfinale
Bei Dominik Paris herrscht indes Sonnenschein. Zwar verpasste der Ultner nur knapp das Podium und musste sich dem Drittplatzierten Matthias Mayer um nur 0,09 Sekunden geschlagen geben. Angesichts seines Abfahrtssieges am Samstag zeigte sich das Ski-Ass aber äußerst optimistisch. „Ich verabschiede mich mit großem Selbstvertrauen aus Norwegen“, erklärte er in einer Mitteilung der FISI.

© APA/afp / ERIK JOHANSEN


Es sei schade, dass es letzten Endes nicht für das Treppchen gereicht hat. Mit Hinblick auf die gesamte Saison könne er mit dem 4. Platz aber gut leben. „Sieht man sich die Schwierigkeiten an, die ich über die gesamte Saison hinweg im Super G hatte, bin ich mehr als zufrieden. Es tut mir gut, diese hervorragende Zeit zu sehen und gespürt zu haben, dass sich meine Leistung verbessert hat“, unterstrich er.

Im Kampf um die Abfahrtskugel hat Paris (482 Punkte) nur noch theoretische Chancen. 88 Punkte liegt der Südtiroler hinter dem Führenden Kilde (570), Feuz (547) folgt knapp dahinter. Der dritte Platz ist für ihn aber immer noch in Reichweite. Diesen beansprucht zurzeit Matthias Mayer mit 486 Punkten für sich. Am 16. März kommt es in Courchevel zum Showdown (ab 10 Uhr).

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