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In Wengen finden heuer keine Weltcup-Rennen statt. © AFP / FABRICE COFFRINI

ÖSV-Präsident Schröcksnadel: „Es tut mir für die Schweiz sehr leid“

Zwei der drei in Wengen nach einem Corona-Anstieg abgesagten alpinen Ski-Weltcup-Rennen übernimmt nun Kitzbühel. Diese Mitteilung erfolgte nicht einmal eine Stunde nach der offiziellen Absage in Wengen. Für die Schweizer Ski-Nation ist das ein harter Schlag.

Nach einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen hatte die Berner Gesundheitsdirektion den Lauberhorn-Rennen am Montag einen Riegel vorgeschoben. Noch am Sonntag hatten die Behörden im Kanton Bern nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Traditionsveranstaltung gegeben. Grund für das Umdenken war, dass sich die Corona-Situation über Nacht noch einmal verschlechtert hatte.


Schon am Montagvormittag waren deshalb die Mannschaften vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgefordert worden, die Anreise nach Wengen zu stoppen. Am Nachmittag folgte dann die offizielle Absage, nachdem die Behörden wegen alarmierender Zahlen ihre Erlaubnis für die Austragung des Weltcups zurückgenommen hatten.

In Wengen hat sich das Virus extrem schnell verbreitet
Für diesen signifikanten Anstieg soll die über britische Touristen eingeschleppte mutierte, ansteckendere Virus-Variante verantwortlich sein. „Sorge bereitet dem Kanton die Dynamik, in welcher das Virus verbreitet wird. Die Gesundheitsdirektion geht aufgrund dieser Tatsache davon aus, dass vor allem die Virus-Mutation aus Großbritannien zu diesem Effekt führt“, hieß es in der Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern am Montag.

„Eine sichere Durchführung ist unter der aktuellen Pandemie-Situation gemäß der Einschätzung der Fachleute nicht möglich“, teilte dann das Organisationskomitee (OK) der Lauberhornrennen zur Absage mit. In Wengen hatte sich das Virus seit Mitte Dezember sehr schnell verbreitet. In nur vier Wochen wurden über 60 Fälle innerhalb der Wengener Bevölkerung gemeldet, nachdem es vorher fast keine Fälle gegeben hatte.
Finanzielle Konsequenzen für Wengen überschaubar
Auf dem Programm wären im Berner Oberland vom Freitag bis Sonntag zwei Abfahrten und ein Slalom gestanden. Zuschauer wären keine zugelassen gewesen. Den Organisatoren kommt nun zugute, dass die bis 2021 gültige Versicherung auch den Ausfall der Rennen aufgrund einer Pandemie abdeckt. Die finanziellen Konsequenzen dürften damit überschaubar sein. Aus sportlicher Sicht ist die Absage für die Schweizer Ski-Nation aber natürlich ein schwerer Schlag ins Gesicht.
Straffes Programm in Kitzbühel
Der Doppel-Weltcup in Kitzbühel beginnt am Samstag mit dem Slalom (Wengen-Ersatz), ehe am Sonntag der eigentliche Hahnenkamm-Slalom über die Bühne geht. Auf der Streif ist das erste Abfahrtstraining am Dienstag in einer Woche (19. Jänner) angesetzt, am Mittwoch und Donnerstag folgen weitere. Am Freitag (Wengen-Ersatz) und Samstag werden dann die beiden Abfahrten ausgetragen, bevor am Sonntag ein Super-G über die Bühne geht. Sollte alles planmäßig stattfinden, müssten die Speed-Spezialisten somit sechs Mal in sechs Tagen die Streif hinunterjagen.

„In einer solchen außergewöhnlichen Situation benötigt es mutige Entscheidungen“
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel

Peter Schröcksnadel © APA / GEORG HOCHMUTH


„In einer solchen außergewöhnlichen Situation benötigt es mutige Entscheidungen. Es tut mir für die Schweiz sehr leid, doch auf Basis der guten Zusammenarbeit mit Swiss-Ski und aufgrund unserer verlässlichen Partner in Österreich konnten wir diese weitreichende Entscheidung treffen“, wurde ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in einer Aussendung zitiert.

„Diese Entscheidung war notwendig“
FIS-Rennchef Markus Waldner

FIS-Rennchef Markus Waldner sprach von einer „sehr schwierigen“ Saison. „Aber diese Entscheidung war notwendig. Für Flexibilität und kurzfristige Veränderungen bereit zu sein war von Beginn weg die Devise für die Saison“, sagte der Brixner und dankte besonders dem ÖSV und dem Kitzbüheler Ski Club. „So kurzfristige Entscheidungen zu treffen und umzusetzen ist eine österreichische und Kitzbüheler Besonderheit.“

Autor: dl/apa

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Die Schweizer müssen einem nicht leidtun, sie sind selber Schuld an dieser Situation. Die Touristen aus England wurden wahllos aufgenommen, das ist die Folge; die Gastwirte dort können ja mit ihren Engländern weiter wirtschaften. Der Vorfall sollte unseren Gastwirten als Beispiel dienen, wie man es nicht machen soll

12.01.2021 09:37

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