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Italienischer Riesentorlauf-Spezialist tritt zurück. © AFP / JOE KLAMAR

Polemischer Ski-Rücktritt: „Danke, dass ihr mich ausgeschlossen habt“

Nach dem Rücktritt von Andrea Ballerin gibt es in Italiens Ski-Zirkus den nächsten Rücktritt zu vermelden. Dieser ging nicht ganz ohne Störgeräusche vonstatten.

Stefano Baruffaldi dürfte den wenigsten Ski-Fans ein Begriff sein. In seiner Laufbahn war er vorwiegend bei FIS-Rennen im Einsatz, brachte es schlussendlich aber doch auf acht Weltcupeinsätze (davon je einen in Alta Badia und Gröden), wobei er in der vergangenen Saison mit einem 24. Platz beim Riesentorlauf in Santa Caterina erstmals Punkte in der Ski-Königsklasse sammelte. Nun hat sich der Skifahrer aus Dervio (Lombardei) im Alter von 28 Jahren entschieden, aufzuhören.


Auch wenn seine Karriere auf dem ersten Blick nicht spektakulär erscheinen mag, hat sie doch etwas Außergewöhnliches an sich. Denn in den letzten Jahren schlug sich Baruffaldi als Ski-Profi durch, obwohl er weder Teil der Nationalmannschaft, noch einer Sportgruppe war. Ergo: Der Riesentorlaufspezialist musste sich von vorne bis hinten alles selbst finanzieren. Dass er sechs seiner acht Weltcuprennen im letzten Jahr bestritten hat, zeigt, dass er mit einer großen Portion Hartnäckigkeit versehen ist.

Ein Seitenhieb in Richtung FISI
Nun ist aber Schluss. „Es war eine harte Entscheidung, weil das Skifahren bis heute mein Leben bedeutete. Doch leider ist es nicht länger meine Priorität. Meine Ziele haben sich geändert und so ist es auch Zeit, mein Leben zu ändern“, schreibt er zu seinen Fans auf Social Media. „Ich bin sehr stolz auf das, was ich erreicht habe. Vor allem in den letzten Jahren, in denen ich von jeder Sportgruppe und Nationalmannschaft ausgeschlossen war und trotzdem einige wichtige Resultate holte“, so Baruffaldi.

Am Ende des Postings gab es noch einen besonderen „Dank“ an den Wintersportverband. „Ein großer Dank geht auch an all jene, die mich von allen Mannschaften ausgeschlossen haben, mir keinen Platz in Rennen gaben und die nie an mich geglaubt haben. Dank euch habe ich realisiert, dass ich es auch ohne eure Hilfe schaffe.“ Baruffaldi wird dem Ski-Sport nun komplett den Rücken kehren und im Familienbetrieb, einem Bauunternehmen, einsteigen.

Schlagwörter: Wintersport Ski Alpin FISI FIS

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