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Welche Zukunft steht dem Alpinen Skisport bevor? © APA / EXPA/JOHANN GRODER

Revolution im Weltcup? FIS will Skisport umkrempeln

Zurzeit diskutiert der internationale Skiverband (FIS) mit Offiziellen und Athleten über die Zukunft des alpinen Skisports. Neben einem Liga-System mit Auf- und Abstieg steht auch das Projekt „Mini-Olympia“ im Raum. Die Disziplinen sollen auch überarbeitet werden.

Kein Jahr ohne Großevent – was ganz nach den Diskussionen in der Welt des Fußballs klingt, könnte wohl bald auch im alpinen Skisport Realität werden. Der internationale Skiverband befindet sich im engen Austausch mit seinen Vertretern, Sportlern und auch Veranstaltern und versucht dem Skisport ein frischeres Antlitz zu verleihen.


Bisher gab es im Skizirkus zwei große Veranstaltungen, auf welche Fans und Athleten hingefiebert haben: die Olympischen Spiele und die Weltmeisterschaften. Da die WM nur alle zwei Jahre und der Kampf um olympisches Edelmetall schier nur alle vier Jahre stattfinden, gibt es natürlich Saisonen, in denen im Skisport keine Großevents anstehen. Das will die FIS aber ändern.

Generalsekretär Michel Vion spricht dabei von einer „Mini-Olympia“. In Zukunft soll eine zusätzliche Ski-WM abgehalten werden, die in jenen Jahren stattfinden soll, in denen „nur“ der Weltcup auf dem Programm ansteht. Dieser Eingriff in den Skisport könnte bereits 2024 erfolgen. Aber es gibt noch pikantere Vorschläge.

Weltcup soll zur Liga werden
FIS-Marketingchef Jürg Capol will das Gesicht des alpinen Skisports auffrischen. Daher diskutiere man zurzeit über verschiedene Ski-Ligen, die sich je nach Leistung der Athleten zusammensetzen. Das würde bedeuten, dass das Starterfeld in zwei Gruppen aufgeteilt werden könnte. Wenn sich ein Athlet aus der Gruppe A im Laufe der Saison verschlechtert, droht ein Abstieg in Gruppe B. Umgekehrt kann man sich aber durch starke Ergebnisse in die Gruppe der Besten zurückkämpfen.

Müssen sich Dominik Paris und Co. schon bald in einem Liga-System behaupten? © APA/afp / JOE KLAMAR

Dies hätte gleichzeitig auch zur Folge, dass die Rennen deutlich verkürzt würden. Besonders für die TV-Sender dürfte dies eine willkommene Änderung sein. Gerade bei Klassikern wie der Abfahrt in Kitzbühel sorgten immer wieder späte Startnummern für Überraschungen. Während sich so die Sender Übertragungszeit einsparen, verliert der Sport aber auch einen Teil seines Charmes.
Verabschiedet sich der Super G?
Aber damit nicht genug. Darüber hinaus soll sich in Zukunft nur noch auf drei Disziplinen konzentriert werden: Slalom, Riesenslalom und Abfahrt. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich der Skizirkus wohl bald auch vom Super G verabschieden muss. Die Alpine Kombination hatte sich bereits im Vorjahr heimlich aus der Hintertür verabschiedet. Auch dieses Jahr gibt es – bis auf Olympia – keinen einzigen Kombi-Lauf.

Ob am Ende auch wirklich alle Änderungen umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten. Fakt ist: der neue FIS-Präsident Johan Eliasch will seinen Sport in eine innovative und aufregende Zukunft führen.

Schlagwörter: Wintersport Ski Alpin

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