L Ski Alpin

Frauen-Chefcoach Gianluca Rulfi bleibt an Bord, sonst verändert sich aber viel. © Pentaphoto

Revolution in Italiens Ski-Team

Während Nadia Delago & Co. die letzten Materialtests absolvieren, arbeitet der italienische Wintersportverband FISI hinter den Kulissen akribisch an der nächsten Saison. Bedeutet: Die Zusammensetzung der Mannschaft definieren und die Trainerfragen klären.

Die FISI ist traditionell ein Verband, der sich bei der Bekanntgabe der Kader lange Zeit lässt. Angesichts dessen ist es unvermeidbar, dass Spekulationen aufkommen. Das ist auch heuer nicht anders, wobei schon Handfestes an die Öffentlichkeit durchgedrungen ist.


Wie fest steht, legt Slalom-Coach Jacques Theolier sein Amt ab. Der 61-jährige Franzose betreute zuletzt Alex Vinatzer & Co., beendet nun aber nach großen Erfolgen seine Trainerkarriere. Unter anderem gewann er mit Giuliano Razzoli 2010 und André Myhrer (Schweden) 2018 die Olympische Goldmedaille. Manfred Mölgg führte er 2011 zur WM-Bronzemedaille. Theoliers Platz nimmt nun aller Voraussicht nach Simone Del Dio ein, der zuletzt die Geschicke der französischen Slalom-Fahrer um Olympiasieger Clement Noel leitete.

Massimo Rinladi muss gehen. © Pentaphoto


Gleichzeitig deutet alles darauf hin, dass Herren-Sportdirektor Massimo Rinaldi seinen Posten räumen muss. Rinaldi stand im letzten Jahr im Kreuzfeuer der Kritik – aus zweierlei Gründen: Einerseits war er dafür mitverantwortlich, dass Italien nur sieben Olympia-Startplätze zur Verfügung hatte. Andererseits soll er im Casse-Marsaglia-Fall einer der „Drahtzieher“ gewesen sein. Wie das Fachblatt Raceskimagazine berichtet, wird Rinaldi nicht ersetzt. Stattdessen soll Max Carca, zuletzt Coach des Europacup-Teams, zum technischen Direktor aufsteigen.
Brignone ist zurück
Die größte und zugleich brisanteste Neuigkeit bei den Damen betrifft Federica Brignone: In der letzten Saison wegen Unstimmigkeiten noch auf eigene Faust unterwegs, soll sich die 31-Jährige im kommenden Winter wieder der Elite-Gruppe um Sofia Goggia und Marta Bassino anschließen. Grundlegend dafür ist, dass deren Bruder Davide wieder als Trainer in die FISI integriert wird. Das war im letzten Jahr nicht der Fall, weswegen die 20-fache Weltcupsiegerin ein individuelles Programm – fernab von Goggia und Bassino – abspulte. Mit der Eingliederung von Davide Brignone hat die FISI nun dieses Problem gelöst und somit auch die Wogen geglättet.

Während Erfolgscoach Gianluca Rulfi nach wie vor die Damenmannschaft leiten wird, bekommen die arg gebeutelten Slalom-Fahrerinnen einen neuen Trainer. Roberto Lorenzi, der in der abgelaufenen Saison die italienischen Riesentorläufer unter seine Fittiche hatte, übernimmt das Erbe von Devid Salvadori. Dieser hatte erst im Vorjahr den Posten des Slalom-Coachs der Damen übernommen, beendete nun aber nach insgesamt zehn Jahren in der FISI seine Laufbahn.

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