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Riesiger Rummel um Roger Federer – und das bei einem Ski-Rennen. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Roger Federer verdreht den Ski-Ladys den Kopf

Es passiert nicht oft, dass bei einem Ski-Rennen eine Figur abseits der Piste zum Protagonisten wird. Am Samstag war aber genau das beim Damen-Super-G in der Lenzerheide (Schweiz) der Fall.

Von:
Thomas Debelyak

Normalerweise sind es die Ski-Stars selbst, die nach dem Rennen für ihre Fans Autogramme schreiben, lächelnd in die Selfie-Kamera schauen oder auch mal kumpelhaft abklatschen. Am Samstag herrschte auf der Lenzerheide jedoch für einmal eine verkehrte Welt. Plötzlich mutierten die Athletinnen selbst zu Groupies, was einen speziellen Grund hatte: Roger Federer.


Der Tennis-Maestro zählt zu den erfolgreichsten und charismatischsten Sportlern der Geschichte. Am Samstag machte er einen Abstecher in den Ski-Zirkus und wohnte dem Super-G an der Lenzerheide, wo er ein Domizil besitzt, im Zielgelände bei. Dabei sorgte Federer für einen regelrechten Hype.


„Es drehen alle durch. Durchs Band, von Nation A bis Nation Z“, brachte es Michelle Gisin auf den Punkt. Sie kam sogar mit Verspätung zum Interview, weil sie „vorderst bei den Groupies war“, sagte die sympathische Schweizerin. Zur Erinnerung: Gisin ist ihrerseits zweifache Olympiasiegerin, also nicht einfach irgendwer. Doch Roger Federer ist eben auch für die Ski-Damen eine Ausnahmeerscheinung. Das zeigt, was die zurzeit verletzte Tennis-Legende für eine Stahlkraft besitzt.
Holdener freute sich schon am Start
Gisin übertrieb mit ihren Aussagen jedenfalls nicht. Denn eine Läuferin nach der nächsten war im Zielraum auf der Jagd nach einem Selfie oder einem kurzen Schwatz mit dem Mann im schwarzen Mantel und dem werbereifen Dauerlächeln im Gesicht. Federica Brignone, die sich die kleine Kristallkugel im Super-G gesichert hat, sagte: „Roger ist mein Lieblingssportler.“ Mikaela Shiffrin, die zurzeit erfolgreichste Skifahrerin der Welt, ist begeistert: „Es ist fast surreal, ihn zu treffen. Eine riesige Ehre.“
„Ich nahm mir vor, ihm die Hand zu schütteln.“ Wendy Holdener

Wendy Holdener bekam am Start kurz weiche Knie – jedoch nicht wegen der schwierigen Super-G-Strecke, sondern wegen Federer. „Vor meinem Start haben wir Roger oben im TV gesehen. Ich nahm mir vor, ihm später die Hand zu schütteln“, sagte die dreifache Weltmeisterin über den 20-fachen Grand-Slam-Sieger. Geworden ist es am Ende sogar eine Umarmung und ein kurzer Plausch: „Er meinte im Gespräch, wir hätten das gut gemacht, weil die Strecke nicht einfach gewesen sei.“
Pichler und Delago mit Federer
Auch Karoline Pichler ( die am Samstag mit Platz 13 ihr bestes Karriereergebnis einheimsen konnte) ergatterte zusammen mit Nadia Delago einen Schnappschuss mit Federer, der sich für seine speziellen Fans alle Zeit der Welt nahm und etliche Fotowünsche erfüllte.

Karoline Pichler (links) und Nadia Delago (rechts) ließen es sich nicht nehmen, mit Roger Federer ein Foto zu schießen.


Aktuell ist Federer wegen einer hartnäckigen Knieverletzung zum Pausieren gezwungen. Die langjährige Nummer eins der Welt war im August zum dritten Mal am rechten Knie operiert worden. In der Lenzerheide gab der 40-jährige Maestro ein Gesundheitsupdate und sagte, dass er auf ein Comeback in diesem Sommer hoffe.

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