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Sorgte mit seinem Triumph für ordentlich Wirbel: Vincent Kriechmayr. © ANSA / PETER SCHNEIDER

„Sauerei“: Kriechmayrs Triumph sorgt für Unmut

Dass sich nach dem dramatischen Erfolg von Vincent Kriechmayr auf der Lauberhorn-Abfahrt nicht alle in den Armen liegen würden, war abzusehen. Dem Sieg des Österreichers war nämlich eine umstrittene Entscheidung vorangegangen. Ein Ski-Boss tobte nach dem Abfahrtsklassiker.

Am Ende distanzierte Kriechmayr Lokalmatador Beat Feuz um über drei Zehntelsekunden, Dominik Paris folgte knapp dahinter auf Platz 3. Nach seinem Triumph im Jahre 2019 stand der Oberösterreicher abermals ganz oben auf dem Treppchen der prestigeträchtigen Abfahrt. Während der amtierende Weltmeister von einem Sieg der Mentalität sprach, stieß den Schweizern das Ergebnis gehörig auf.


Blickt man etwas genauer auf das Wochenende in Wengen, verwundert dieser Umstand kaum. Schließlich ging der Teilnahme von Vincent Kriechmayr eine umstrittene Entscheidung voraus. Zunächst hatte es nämlich ganz nach einem Ausfall des ÖSV-Stars ausgesehen, wenige Tage zuvor war er positiv auf Corona getestet worden. Beide Trainingsfahrten fielen für Kriechmayr ins Wasser. Eine Teilnahme? Regeltechnisch unmöglich. Doch dann wurde dem Österreicher eine umstrittene Ausnahmegenehmigung ausgestellt.

Lehmann ist außer sich – Feuz gelassen
Besonders Urs Lehmann tobte nach dem Erfolg des Corona-Rückkehrers. „Das ist eine der größten Sauereien, die jemals im Skirennsport passiert sind“, so der Präsident des Schweizer Skiverbandes. Lehmann würde eigenen Aussagen zufolge nie verstehen können, warum es diese Ausnahmegenehmigung gegeben hätte.

Zollte seinem Gegner Respekt: Beat Feuz. © ANSA / PETER SCHNEIDER

Der eigentliche Leidtragende, Beat Feuz, zeigte sich angesichts der wilden Vorwürfe seines Präsidenten gelassen. „Nein, für mich hat der Sieg von Vincent trotz allem keinen faulen Nachgeschmack“, erklärte er. Vielmehr zolle er seinem Widersacher großen Respekt, sich trotz fehlender Fahrten auf eine solche Art und Weise durchgesetzt zu haben. „Ich kenne nicht viele Rennfahrer, die so viel Klasse haben, dass sie ohne Training von ganz oben am Lauberhorn eine derart starke Fahrt ins Ziel bringen.“

Nichtsdestotrotz werden die Vorwürfe seitens des Schweizer Skiverbandes weiterhin bestehen bleiben. Zukünftige Entscheidungen hinsichtlich solcher Genehmigungen werden in Zukunft wohl schärfer beäugt werden.

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Als Blödmann oder als käuflich steht nur einer da: Waldner.

15.01.2022 22:05

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