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Jubelschrei im Zielstadion: Florian Schieder realisiert den Moment, dass er auf der Anzeigetafel auf Rang 2 gelistet ist. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Schieders Märchen: Vom Krankenbett zur Kitzbühel-Gams

Florian Schieder ist der Sensationsmann von Kitzbühel. Der 27 Jahre alte Abfahrer aus Kastelruth war im Weltcup bisher nie besser als 13. und ist am Freitag ausgerechnet auf der Streif auf das Podest gerast. Dabei wusste er vor 5 Monaten noch gar nicht, ob er jemals wieder ein Skirennen bestreiten kann.

Kreuzbandriss, Meniskus kaputt, Knorpelschaden. Die Liste der Verletzungen von Florian Schieder ist lange. Besonders verheerend war der Sturz bei der WM in Cortina d’Ampezzo, wo es dem Kastelruther vor fast genau zwei Jahren das linke Knie zerfetzte.


Der Weg zurück war lange und als er vorbei schien, musste Schieder im Herbst 2021 erneut unters Messer. In Innsbruck wurde ein Knorpel geglättet, doch geflickt ist geflickt. Schieder kann nur dosiert trainieren und muss während der Saison viel mit Reha und Physiotherapie an und mit seinem lädierten Kniegelenk arbeiten.

Florian Schieder im Krankenbett: In den letzten Jahren war das keine Ausnahme. © Skiweltcup Gröden

Mit dem heutigen Freitag haben sich alle Mühen der letzten Jahre gelohnt. Platz 2 bei der Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel – und das, ohne vorher jemals in die Top 10 im Skiweltcup gefahren zu sein. Die silberne Gams von Schieder ist eine Sensation, doch sie kommt nicht von ungefähr. Trainingsbeobachter haben den 27-Jährigen schon seit einigen Wochen auf dem Schirm. Ein Topresultat sei nur eine Frage der Zeit, ließen Ski-Insider nach Bormio wissen. Die pickelharte Stelvio war der endgültige Beweis für Schieder, dass sein Knie wieder renntauglich ist. Im Verbund mit den guten Ergebnissen in Gröden und Bormio (zwei Mal 13.) war das Selbstvertrauen zurück.

Gute Bedingungen optimal ausgenützt

Jetzt hat Schieder in Kitzbühel den größten Erfolg seiner Karriere eingefahren. „Es ist super gelaufen“, so ein über beide Ohren grinsender Schieder im ORF-Interview. Nach dem Fehler oben hätte er schon fast abgeschlossen gehabt mit dem Rennen, sagt der Südtiroler. Als er die TV-Bilder sah, musste er allerdings etwas revidieren: „Okay, das sieht weniger schlimm aus, als ich es in Erinnerung hatte.“ Er habe die besseren Lichtverhältnisse optimal ausnützen können, sagt Schieder fair. Zu seiner Verletzungshistorie meint er: „Im Sommer wusste ich noch nicht, ob ich jemals wieder Rennen fahren kann. Es ist gegangen und jetzt bin ich sehr zufrieden. Heute ist es super gelaufen.“

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