L Ski Alpin

Sie feierten einen Schweizer Doppelerfolg: Rechts Sieger Loic Meillard, links der Zweite Gino Caviezel. © ANSA / CHRISTIAN BRUNA

Schweizer Schladming-Party mit einem Südtiroler Highlight

40.000 Fans hatten sich am Dienstag den traditionellen Night-Slalom in Schladming nicht entgehen lassen. So viele waren am Mittwoch nicht annähernd vor Ort, obwohl sich auch der Nacht-Riesentorlauf auf der Planai eine solche Zahl verdient gehabt hätte. Denn in der Steiermark spielten sich denkwürdige Szenen ab.

Hannes Zingerle war der Ski-Welt bisher kein allzugroßer Begriff. Das hat sich am Mittwoch geändert. Der Gadertaler sorgte nämlich mit einer Slapstick-Einlage für einen kuriosen Moment, der wohl in jedem Ski-Saisonrückblick zu finden sein wird. Nach einer bärenstarken Fahrt im zweiten Durchgang kam Zingerle vor dem letzten Tor aus dem Gleichgewicht und stürzte kopfüber ins Ziel (SportNews berichtete). Das Beste daran: Der Ladiner stellte dadurch die Bestzeit auf.


Eine Bestzeit, die lange Bestand hatte. Denn im Schlussklassement nimmt der 27-Jährige den 14. Platz ein, das ist Zingerles bestes Karriereresultat. Bisher war er nie über Platz 22 hinausgekommen. Bemerkenswert, wenn man sich die Startnummer des Südtirolers ansieht. Mit der „58“ auf der Brust war Zingerle in den ersten Durchgang gestartet, arbeitete sich aber sensationell bis auf Rang 26 vor und legte im zweiten Lauf eine unbekümmerte und fehlerfreie Fahrt hin, die ihn weit nach vorne spülte.

Hannes Zingerle stürzte mit Bestzeit ins Ziel. © APA / ERWIN SCHERIAU


Der Gadertaler war somit bester Azzurro in diesem Rennen, außer ihm sammelte nur Giovanni Borsotti (18.) Weltcuppunkte. Alex Hofer, Simon Maurberger, Alex Vinatzer und Tobias Kastlunger waren bereits im ersten Lauf hängen geblieben.

Meillard und Caviezel trumpfen auf

Für die große Show sorgten am Mittwoch die Schweizer – und das, obwohl Top-Star Marco Odermatt fehlte. Der Gesamtweltcupführende hatte sich am Wochenende in Kitzbühel eine leichte Knieverletzung zugezogen, weshalb er am Mittwoch pausierte. Im Ziel feuerte er seine Kollegen trotzdem an – allen voran Loic Meillard und Gino Caviezel. Die beiden feierten nämlich einen Schweizer Doppelsieg vor dem Österreicher Marco Schwarz.

Loic Meillard war nicht zu schlagen. © APA / ERWIN SCHERIAU


Vor allem Meillards Auftritt war beeindruckend. Im ersten Durchgang fuhr er in einer eigenen Liga und distanzierte die Konkurrenz – mit Ausnahme von Caviezel – um über eine Sekunde. In der Entscheidung ließ sich der Eidgenosse das Ding nicht mehr nehmen und holte so seinen zweiten Weltcupsieg, den ersten im Riesentorlauf.

Caviezel schaffte es zum dritten Mal auf ein Podest, während Schwarz erstmals überhaupt das Riesentorlauf-Stockerl eines Weltcuprennens betreten durfte. Und das, obwohl er bei der WM 2021 die Bronzemedaille in dieser Disziplin geholt hat.

Weiter geht es für die Ski-Herren in Cortina d'Ampezzo, wo am Wochenende zwei Super-Gs auf dem Programm stehen.

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