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Ski-Star Marcel Hirscher. © APA/afp / JURE MAKOVEC

„Schwindlig wie Sau“: Hirscher mit harter Kritik

Auch wenn Ski-Superstar Marcel Hirscher von Sieg zu Sieg eilt, so vergisst er nicht, jeden Tag dankbar dafür zu sein, dass er gesund und unverletzt ist. Dennoch gibt’s vom Ski-Dominator Kritik.

Der Weltcup befindet sich im Jänner in seiner Hochphase, es geht Schlag auf Schlag. Wie dicht das Programm für einen Athleten an einem Weltcupwochenende mit Lauf-Besichtigungen, Rennen, Medienterminen, abendlichen Startnummernauslosungen und Siegerehrungen ist, spüren die Läufer, die Öffentlichkeit sieht es aber freilich nicht immer. „Am Samstag (RTL in Adelboden, Anm. d. Red.) bin ich um neun im Zimmer gewesen und bin umgefallen. Wir werden schon richtig geschliffen“, sagte Hirscher.

Marcel Hirscher auf dem Weg zu seinem Sieg in Adelboden. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

In anderen Sportarten sei das undenkbar, im Skisport indes würden kaum die Jetlag-Zeiten eingehalten werden. „Wir kommen aus Amerika am Dienstag heim und am Freitag ist Hangfahren in Val d'Isere. Du bist schwindlig wie Sau, kennst dich hinten und vorne nicht aus, wo du bist.“
„Eigentlich denke ich mir, bin ich wahnsinnig?“
Das sind die Sachen, auf die er „keinen Bock“ mehr habe. „Aber die, die draufzahlen, sind die Fans, die Zuschauer, die bei der Auslosung stehen. Klar gehe ich hin, aber eigentlich denke ich mir, bin ich wahnsinnig. Ich muss körperliches Training machen, ich soll ausmassieren, ich soll mich erholen, damit ich morgen wieder gut bin.“ Dabei sei es freilich wichtig und schön, nahe bei den Fans zu sein.

Das Runterfahren sei das Wenigste, das sei ein sehr kleiner Teil vom Kuchen. „Der macht mir wahnsinnig viel Spaß. Den Rest muss ich halt akzeptieren“, hat Hirscher die Wahl, sich zu fügen oder es zu lassen. Er wolle nicht nörgeln, nur aufzeigen. Es gehe ja fast allen gleich, er habe „halt das Glück, dass ich das sehr intensiv und sehr oft machen darf“. Das bringt der Erfolg so mit sich.
Anna Veiths Verletzung stimmt Hirscher nachdenklich
Nachdenklich stimmt Hirscher die schwere Verletzung seiner Landsfrau Anna Veith. „Bitterer kann es, glaube ich, nicht zuschlagen. Da fehlen dir die Worte“, sagte Hirscher nach seinem Slalomerfolg in Adelboden.

Anna Veith zog sich einen Kreuzbandriss zu.

Es tue ihm „unfassbar leid“ für seine gleichaltrige Weggefährtin, mit der er in der Ski-Hotelfachschule Bad Hofgastein gemeinsam die Schulbank gedrückt hatte. Aber wenn wer das aushalte, dann die Anna. „Sie wird hoffentlich bald wieder gesund sein. Egal, in welche Richtung das geht. Und dass sie wieder das tun kann, was ihr taugt.“

Er jedenfalls sei jeden Tag, wenn er auf den Ski gewesen sei, dankbar, dass er nie etwas habe. „Denn das Risiko, das du gehst, ist halt einfach eigentlich nicht handelbar. Du gehst es ein, aber ob du es stehst oder nicht, weißt du, wenn du durchgefahren bist.“

Autor: apa/det

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