L Ski Alpin

Jubel für die TV-Kameras: Florian Schieder gelang in Kitzbühel sensationell der erste Podestplatz seiner Weltcup-Karriere. © APA / BARBARA GINDL

Sensation in Kitzbühel: Schieder auf dem Podest

Die erste Kitzbühel-Abfahrt ist geschlagen. Vincent Kriechmayr feiert seinen ersten Sieg auf der Streif. Dominik Paris beweist aufsteigende Form und Florian Schieder sorgt für die ganz große Sensation. Der Kastelruther steht zum ersten Mal in seiner Karriere auf einem Weltcup-Podest.

Von:
Christian Staffler

Was war das denn, Florian Schieder? Platz 2 in der Abfahrt von Kitzbühel, geschlagen nur von Vincent Kriechmayr. Das ist eine Sensation, anders kann man diese Leistung des 27-Jährigen aus Kastelruth, der mit Nummer 43 gestartet war, nicht bezeichnen.


Das Knie kaputt, die Karriere noch im Sommer am seidenen Faden und jetzt das: Schieder steht in der ersten Hahnenkamm-Abfahrt 2023 (am Samstag gibt es die zweite) auf dem Podest! 23 Hundertstel fehlen dem Südtiroler am Ende auf Kriechmayer. Ohne den schwachen Start (nur die 45. Zeit im zweiten Abschnitt), wäre sogar der Sieg möglich gewesen. Trotzdem ist das Ergebnis für Schieder eine Sensation und der verdiente Lohn jahrelanger Knochenarbeit zugleich. Im Weltcup war er noch nie besser als 13. (!) – in der laufenden Saison in Gröden und Bormio. Der Südtiroler ist aus der langen Verletzungspause besser zurückgekommen, als er jemals war.

Goldberg und Paris vom Podest gestoßen

Die Freude von Schieder war das Leid von Jared Goldberg. Der US-Amerikaner – er war mit Nummer 28 in das Rennen gegangen – war drauf und dran der Sensationsmann zu werden. Im Ziel leutete Rang 3 auf, womit er Paris vom Podest stieß. Am Ende bleibt für den 31-Jährigen aus Boston aber nur Platz 4. 4 Hundertstel fehlten Goldberg auf den Schweizer Nils Hintermann, der Dritter wurde (+0,31). Dominik Paris und Adrian Smiseth Sejersted (NOR) belegen ex-aequo Rang 5 (+0,39).

Dominik Paris war mit seiner Fahrt zufrieden. Am Ende reichte es knapp nicht für das Podest. Doch die Form stimmt wieder. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Kitzbühel und Bormio sind die Lieblingsstrecken von Paris. Während ihm die Stelvio-Piste in Bormio liegt wie keine zweite Abfahrt, ist der Mythos Kitzbühel beim Südtiroler tief verankert. Auf der Streif fühlt sich Paris in seinem Element und dadurch (fast automatisch) wohl. Acht Gämsen hat Paris bereits im Trophäenschrank in seinem Keller stehen. Auch wenn es in der ersten Hahnenkamm-Abfahrt am Freitag knapp nicht für das Podest reichte, beweist der 5. Platz die aufsteigende Form. Außerdem gibt es am morgigen Samstag die nächste Chance (11.30 Uhr).

Viele Topfahrer mit großen Problemen

Schneefälle hatten Kitzbühel in den letzten Tagen in eine Winter-Wunderlandschaft verwandelt. Am Freitag gab es dann keinen Schneefall, doch auch kein bestes Skiwetter. Die schlechte Bodensicht (und die Strecke an und für sich) machte es selbst für die besten Abfahrer der Welt schwierig. Marco Odermatt, Daniel Hemetsberger und Aleksander Aamodt Kilde, der mit einer gebrochenen Hand fuhr, hatten Riesenprobleme und konnten nur mit Glück einen Sturz vermeiden. Der Italiener Mattia Casse vergab durch einen schweren Fehler im Mittelteil einen möglichen Toprang. Schlimm erwischte es Henrik Røa. Der Norweger stürzte in das Ziel, brach sich ersten Diagnosen zufolge das Bein und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.

Christof Innerhofer hielt im mittleren und unteren Streckteil mit den Topfahrern mit, kam allerdings nicht in die Top 20. Dasselbe gilt für Beat Feuz, der am Samstag seine Karriere beendet.


Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2023 First Avenue GmbH