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Läuft Petra Vlhová Mikaela Shiffrin den Rang als Slalom-Queen ab? © AFP / DAMIR SENCAR

Shiffrin gegen Vlhová: Mehr Brisanz geht kaum

Seit 1993 werden in Flachau Weltcuprennen durchgeführt. 2010 begann in Hermann Maiers Heimat die Serie jener Flutlichtslaloms, die seitdem als höchstdotierte Damen-Weltcuprennen Furore machen. 2020 birgt am Dienstag das nächste Duell zwischen Mikala Shiffrin und Petra Vlhová viel Brisanz.

Grund sind die aktuellen Beschwerden aus Shiffrins Lager gegen die Coaches der immer stärker werdenden Slowakin. Ihrer Meinung nach lässt Vlhová-Betreuer Livio Magoni die US-Amerikanerin seit Jahren im Training gezielt auskundschaften. Nicht auch deshalb ist der im Slalom lange als unschlagbar geltenden Shiffrin mit Vlhová eine Gegnerin auf Augenhöhe entstanden.

Rekordpreisgeld von 70.000 Euro
Nur die Osteuropäerin konnte das US-Girl zuletzt im Slalom bezwingen, jüngst beendete sie in Zagreb auch die aktuelle Siegesserie der US-Amerikanerin. Das nächste Duell der beiden Slalom-Superfrauen bekommt damit zusätzliche Würze. Denn Shiffrin hat vor einem Jahr in Flachau den Kampf um den über 70.000 Euro betragenden Siegerscheck und den Titel der Snow Space Salzburg Princess ebenfalls gegen Vlhová verloren. Seit Jänner 2017 ist Shiffrin in 24 Weltcup-Rennen nur fünfmal besiegt worden – jedes Mal war es Vlhová.

Auffallend ist, dass Magoni die Vorwürfe weder bestreitet noch ein schlechtes Gewissen zeigt. Von (geheimer) Spionage kann in der Tat keine Rede sein. „Mika ist die Beste und für uns ist wichtig, dass wir lernen“, sagte Magoni kürzlich gegenüber NBC. „Ich schaue mir zwar alle guten Damen an, Mikaela aber ganz intensiv“, gab der einstige Erfolgscoach von Tina Maze und Bruder der Ex-Rennläuferin Paoletta Magoni vor dem Flachau-Rennen auch gegenüber der APA offen zu.
Vlhová-Trainer mit kuriosem Fußball-Vergleich
Das Vlhova-Lager nutzt aus, dass man im Skirennsport nicht hinter verschlossenen Türen trainieren kann wie im Fußball oder bei Hallensportarten. „So ist das. Auch wir werden beobachtet. Es gibt kein Gesetz, das das verbietet“, meinte Hobby-Schlagzeuger Magoni schulterzuckend. Er habe von seinem einst in der italienischen Serie A agierenden Bruder Oscar gelernt. „Das ist, als ob Barcelona, Bayern, Monaco, Juventus und Liverpool gleichzeitig im Stadion wären. Es wäre unklug, da nicht hinzuschauen.“

Es sei eben ein Privileg, dass man beim Skirennsport auch die anderen im Training beobachten könne, so Magoni. „Wir trainieren ja teilweise auf denselben Kursen.“ Wer da gut aufpasst, könne viel lernen, vertraut er auf Video-Analysen, vor allem aber seinen Kennerblick. „Wir schauen uns sogar an, wie sich die Coaches rund um sie organisieren.“ Ihm sei natürlich bewusst, dass das eventuell nicht die ganz feine Art sei. „Aber es ist unser Job.“
„Wir schauen sogar , wie sich die Coaches rund um sie organisieren.
Vlhová-Coach Livio Magoni zur vermeintlichen Shiffrin-Spionage

Dass dieses teilweise Copy-and-Paste offenbar funktioniert, belegt Vlhova mit ihrem Vormarsch. Vom vierten Weltcup-Gesamtsieg wird sie die klar führende Shiffrin wohl nicht mehr abhalten können. Sie gehört aber zusammen mit Federica Brignone zu den ersten Verfolgerinnen und holte zuletzt in Aare die ersten Einzel-WM-Medaillen für die Slowakei, wurde dabei auch Riesentorlauf-Weltmeisterin. Schon diesen Winter soll die erste kleine Weltcup-Kristallkugel folgen.

Auch am Dienstag (18.00/20.45 Uhr) in Flachau hat die 24-Jährige wieder gute Karten, kommt der 1,80 m großen Läuferin der relativ flache Hang in Salzburg doch sehr entgegen. Die Generalprobe ging freilich bei beiden in die Hose. Sowohl Shiffrin als auch Vlhová schieden am Sonntag bei der Kombi im benachbarten Zauchensee schon im Super-G aus, konnten damit den Slalom gar nicht mehr fahren.
7 Azzurre am Start
Am Sonntag standen mit Siegerin Federica Brignone und der Drittplatzierten Marta Bassino dagegen zwei Italienerinnen am Podest. Die Azzurre werden auch in Flachau stark vertreten sein: Sieben von ihnen wurden für das Starterfeld gemeldet, unter ihnen auch die Südtirolerin Vivien Insam. Die junge Grödnerin hat erst jüngst in Zagreb ihr Weltcup-Comeback gegeben und feilt nun an der nötigen Konstanz.


In diesem SportNews-Video spricht Insam über ihre Rückkehr auf die große Ski-Bühne:



Autor: apa/fop

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