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Teresa Runggaldier im Interview. © Privat

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Teresa Runggaldier im Interview. © Privat

Sie ist zurück: Runggaldier hatte „nie den Glauben verloren“

Ausgerechnet im besten Skifahrer-Alter musste Teresa Runggaldier aufgrund einer fürchterlichen Verletzung eine zweijährige Zwangspause einlegen. Auch dank eines Tipps eines prominenten Teamkollegen befindet sie sich nun aber wieder im Mannschaftstraining. Mit SportNews sprach die 27-Jährige über diese schwere Zeit – und wie sie es schaffte, stets positiv zu bleiben.

Aus dem Sportzentrum Mulin da Coi

Von:
Leo Holzknecht

Der Skisport ist nervenkitzelnd, emotional und versetzt die Zuschauer ein ums andere Mal ins Staunen. Gleichzeitig kann er jedoch unfassbar grausam sein. Teresa Runggaldier gelang 2024 nach vielen Auf und Abs der Durchbruch, als sie im Weltcup konstant punktete und bei zwei Rennen sogar an den Top 10 kratzte. Der darauffolgende Winter sollte sie in die Weltspitze katapultieren. Stattdessen erlitt sie jedoch eine dermaßen schwere Verletzung, dass sie zwei ganze Saisonen zum Zuschauen verdammt war.


Das Kreuz- und Innenband, den Meniskus sowie das Schienbein lädierte sie bei einem folgenreichen Sturz beim Trainingslager in Copper Mountain. Der Totalschaden im rechten Knie hatte eine lange Rehabilitation mit Schmerzen zur Folge, die immer noch nicht vollends ausgestanden sind. Auf ein Knochenödem sowie eine Sehnenentzündung fanden Ärzte lange keine Antwort – bis ihr Christof Innerhofer mit einem Arzt-Tipp entscheidend weiterhalf.

Homöopathische Behandlung in Deutschland

„Mir wurden in Deutschland bei Dr. Florian Müller insgesamt fünf homöopathische Spritzen, die auf Arnika und Ringelblume basieren, injiziert. Jedes Mal ging es mir ein klein bisschen besser, bis ich im Jänner mit der Behandlung aufhören konnte, weil ich auf Skiern keine Schmerzen mehr hatte“, berichtet die Wolkensteinerin. Aktuell spüre sie die Verletzung zwar noch beim Aktivieren der hinteren Oberschenkelmuskulatur im Konditionstraining, aber „es wird nicht wieder schlimmer“. Dennoch werde sie an diesem Donnerstag ein weiteres Mal Dr. Müller aufsuchen, um vor der Abreise nach Ushuaia (Argentinien) auf Nummer sicher zu gehen.

Teresa Runggaldier freut sich auf die neue Saison. © Privat

Teresa Runggaldier freut sich auf die neue Saison. © Privat


Als die 27-Jährige diese Worte nach dem Trockentraining im Sportzentrum Mulin da Coi ausspricht, imponieren die Positivität und Zuversicht, die sie ausstrahlt. Auf die Frage, ob sie in diesen zwei Jahren jemals an ihrer Rückkehr gezweifelt habe, antwortet sie mit einem resoluten Nein. „Ich hatte zwar diese Schmerzen, doch ich konnte im Grunde alles tun. Man gewöhnt sich in gewisser Weise an diesen Alltag. Und obwohl es schmerzt, die Rennen vom Fernsehen verfolgen zu müssen, ist man letztlich froh, dass man immer kleine Schritte nach vorne macht.“ Das Einzige, was Runggaldier während dieser Zeit wirklich zugesetzt habe, sei der Umstand gewesen, auf dem Rücken schlafen zu müssen, ergänzt sie mit einem Lächeln.
„Ich hatte keine Angst und im Ziel herrschte große Freude.“ Teresa Runggaldier über ihr Comeback als Vorläuferin

Ihren ersten wirklichen Härtetest bestand die Grödnerin Anfang März dieses Jahres: Beim Heimweltcup am San-Pellegrino-Pass schnupperte sie als Vorläuferin erstmals nach 16 Monaten wieder Rennluft. „Das war nicht ohne, denn als Vorläufer muss man die Strecke schon einen Tag vor dem ersten Training testen. Die Veranstalter haben so die Chance, eventuell an Sprüngen zu feilen. Wir sind also wie Versuchskaninchen“, erzählt Runggaldier. Diffuses Licht, schlagige Pistenverhältnisse und das Fehlen sämtlicher blauer Linien entlang des Kurses hielten Runggaldier aber nicht davon ab, sich über die VolatA zu stürzen. „Es war das erste Mal seit der Verletzung, dass ich Abfahrtsski an den Füßen hatte. Obwohl es wegen der Bedingungen schwer war, hatte ich keine Angst. Im Ziel herrschte dann große Freude.“

Einige Zweifel bleiben

Solche Glücksmomente will die Speed-Spezialistin nächsten Winter wieder mit Startnummer auf der Brust erleben. Über die anstehende Saison denke sie viel nach, gesteht sie. „Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, denn mir ist deren Wichtigkeit bewusst. Wieder dort zu sein, wo ich vor der Verletzung war, ist mein großer Wunsch. Gleichzeitig fürchte ich aber, dass ich mir nach dieser langen Pause zu viel Druck auferlege und es nicht sofort wieder so gut läuft. Aber ich denke, dass diese Zweifel auch normal sind.“ Zumal sie mit nur 19 Weltcupstarts auch noch nicht über einen übergroßen Erfahrungsschatz verfüge.

In Crans-Montana feierte Teresa Runggaldier ihren größten Erfolg. © Pentaphoto

In Crans-Montana feierte Teresa Runggaldier ihren größten Erfolg. © Pentaphoto


Aufgrund des warmen Sommers und der widrigen Bedingungen auf den europäischen Gletschern hatte auch sie nur limitierte Möglichkeiten, sich auf die neue Saison vorzubereiten. Im Mai fuhr Runggaldier, die Teil des A-Kaders der Azzurre ist, zehn Tage in Les Deux Alpes. Zudem trainierte sie auch zweimal mit der Finanzwache. Umso mehr freut sie sich nun auf das anstehende Trainingslager in Südamerika. „Ich wäre schon letztes Jahr nach Ushuaia mitgefahren, hätte ich den isokinetischen Test vor meiner Abreise bestanden. Dieses OK, das die Stabilität und Sicherheit des Knies gewährleisten soll, habe ich im Winter bekommen.“

Abschließend hält Runggaldier noch ein Kuriosum bereit. Als ich sie zur Weltmeisterschaft 2027 in Crans-Montana befrage, ist sie überrascht. „Ich wusste nicht, dass die WM dort stattfindet, weil ich es bevorzuge, den Weltcup-Kalender nicht zu kennen“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Die Piste im WM-Ort liegt der Südtirolerin, die auf dem Mont Lachaux 2024 als Elfte ihr bestes Weltcup-Ergebnis einfuhr. So weit will sie aber ohnehin nicht nach vorne denken. „Am liebsten würde ich immer erst wenige Tage vor den Rennen wissen, wohin wir gehen, um mir keine zu großen Gedanken zu machen“, betont sie abschließend.

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