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Didier Defago war ein erfolgreicher Skirennläufer. Jetzt plant er die neue Mega-Abfahrt in Zermatt. © AFP / JEFF PACHOUD

So plant Didier Defago die Abfahrt am Matterhorn

Am Matterhorn entsteht eine neue Mega-Abfahrtsstrecke. Geht es nach Olympiasieger und Pistenplaner Didier Defago, dann kann es die Strecke mit Wengen und Kitzbühel aufnehmen – auch wenn sie einen komplett anderen Charakter bekommen wird.

Die neue Abfahrtsstrecke in Zermatt, die ab 2023 im Weltcupkalender stehen soll, spaltet schon jetzt die Gemüter. Während sich die einen auf eine neue Mega-Abfahrt im Stile von Kitzbühel oder Wengen freuen, sehen andere das Projekt kritisch. Die Risiken für die Umwelt seinen enorm, der Aufwand sei nicht zu rechtfertigen. Im Schweizer Boulevardblatt Blick hat Pistenplaner Didier Defago, der für die Streckenführung der Matterhorn-Abfahrt verantwortlich ist, über das Riesenprojekt gesprochen.


Defago betont, dass die Natur rund um das Matterhorn keine gröberen Einschnitte erleiden muss. „Wir werden zeigen, wie wild und rau die Natur auf fast 4000 Meter ist – aber wir werden sie nicht verändern. 60 Prozent der Piste existiert bereits heute, sie geht durch ein bestehendes Skigebiet“, versucht der Olympiasieger von 2010 zu beruhigen. Dem Schweizer ist wichtig, dass keine fixen Ständer für die Auffangnetze betoniert werden müssen. „Nein, wir werden vor allem auf B-Netze und wohl auch auf Matratzen setzen. Alles wird für die Rennen auf- und wieder abgebaut.“ Auch neue Lifte müssten nicht gebaut werden, so Defago.

Länger als die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen?
Was die Schwierigkeit der Strecke betrifft, hofft der 43-Jährige auf den Beginn eines neuen Rennklassikers im Alpinen Skisport: „Ich plane mit drei oder vier Sprüngen, es wird einen Super-G-Teil geben und auch Highspeed-Abschnitte. Man muss nicht mit einer Abfahrt im Schwierigkeitsgrad von Wengen oder Kitzbühel rechnen. Aber allein die extreme Höhenlage und die Länge der Strecke werden schon herausfordernd sein.“

Schon bald sollen vor dieser Kulisse Weltcuprennen für Männer und Frauen über die Bühne gehen. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Apropos Länge: Es wird darüber spekuliert, dass die Matterhorn-Abfahrt sogar länger als ihr Pendant am Lauberhorn sein könnte. Defago meint dazu: „Das hängt vom Schnee und der genauen Streckenführung ab. Aber die Fahrzeit könnte in diese Richtung gehen.“

Bernhard Russi, der Vorstehende des FIS-Alpin-Komitees zeigt sich von der neuen Abfahrt – und vor allem von der Kulisse rund um einen der höchsten Berge der Alpen – beeindruckt: „Ich bin von dieser Geschichte begeistert. Es wird technisch nicht die größte Herausforderung, aber das Drumherum sorgt für den Rest. Vergleicht man es mit dem Alpinismus, ist das Projekt so etwas wie der Mount Everst des Skisports.“ Russi ist überzeugt, dass die grenzüberschreitende Abfahrt (das Ziel liegt bei den Laghi delle Cime Bianche in der Nähe von Cervinia) das Zeug zum Quotenhit, wie es Kitzbühel oder Wengen seit Jahrzehten sind, hat: „Der Vergleich mit den beiden legendären Abfahren ist einfach sofort da.“

Schlagwörter: Wintersport

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