L Ski Alpin

In Kitzbühel eine Großmacht: Dominik Paris © APA / EXPA/JOHANN GRODER

SportNews-Skikanone: Ultner Mini-Zoo

Zugegeben, ein bisschen fantasielos ist es schon, diese Rubrik mit Dominik Paris zu beginnen. Aber Fakt ist auch: Nach dem Kitzbühel-Wochenende führt am Ultner kein Weg vorbei.

Auf die schwarze Piste darf…

Ein Paris kommt selten allein: Nach seinem historischen Double in Bormio (Sieg in Abfahrt und Super-G) schlug der Ultner auch in seinem Wohnzimmer zu. Auf der legendären Streif in Kitzbühel gewann der 29-Jährige am Freitag die Abfahrt, am Sonntag landete er im Super-G auf Platz drei. Damit ist der hauseigene „Gams-Zoo“ von Dominik Paris auf sechs Viecher angewachsen. Vier Siegerstatuen in Gold, eine in Silber und seit Sonntag auch eine Gams in Bronze – die Sammlung ist komplett! Zu sehen waren die neuesten Gämsen am Montag auf der Theke der Bäckerei Ultner Brot. Mit insgesamt vier Siegen beim Hahnenkamm-Rennen ist Paris in einer Reihe mit Franz Klammer (AUT), Adrien Duvillard (FRA), Jean-Noel Augert (FRA) und Kjetil André Aamodt (NOR). Einsamer Spitzenreiter ist der Kitzbüheler Anderl Molterer mit insgesamt neun Siegen. Mit drei Abfahrtssiegen hat „Domme“ mit Skilegenden wie Pirmin Zurbriggen, Franz Heinzer, Karl Schranz und Luc Alphand gleichgezogen. Für seinen Sieg in der Abfahrt streifte Paris 74.000 Euro (brutto) Preisgeld ein, als Dritter im Super-G nochmals 13.875 Scheinchen. Ein wohl verdienter Lohn für jahrelange harte Arbeit und ein kaum kalkulierbares Verletzungsrisiko, wie die Verletztenliste auf tragische Weise zeigt.

Hurra die Gams: Dominik Paris mit Trophäe © APA / EXPA/JOHANN GRODER

„La Goggia“ ist zurück: Auf beeindruckende Art und Weise feierte Abfahrts-Olympiasiegerin Sofia Goggia (ITA) in Garmisch-Partenkirchen ein Comeback der Superlative. Die 26-Jährige aus Bergamo hatte sich beim Training im Herbst in Hintertux den Knöchel gebrochen und musste mehrere Wochen pausieren. Bereits im Training in Garmisch überzeugte sie und gleich bei ihrem Comeback am Samstag wurde Goggia im Super-G Zweite. Am Sonntag in der Abfahrt fuhr sie neuerlich als Zweite aufs Podest. Damit ist Goggia definitiv eine „Skikanonin“, denn die Kandahar-Piste hat ebenfalls ihre Opfer gefordert: Federica Sosio (ITA) zog sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu, Cornelia Hütter (AUT) einen Innenband-Einriss im Knie. Sofia Goggia überzeugte in Garmisch durch eine kontrollierte Fahrweise, ihre mittlerweile zum Markenzeichen gewordene „goggiata“ (der obligatorische schwere Patzer) blieb aus. Ein gutes Zeichen, denn auch Goggia hat, wie viele Skirennläuferinnen, eine ganz dicke Krankenakte.

Sofia Goggia macht den Dab © APA/afp / CHRISTOF STACHE

Bei ihrem dritten Weltcuprennen holte Nadia Delago (die kleine Schwester von Nicol Delago) ihre ersten Weltcuppunkte. Die 21-Jährige aus Wolkenstein beendete die schwierige Abfahrt in Garmisch auf Platz 28, ein Versprechen für die Zukunft der dreifachen Abfahrtssiegerin im Europacup in dieser Saison.


Auf den Übungslift muss…

Slalom? Da waren die „Azzurri“ mal das stärkste Team im Weltcup, im Jahre 2013 und drum herum. Olympiasiege und WM-Medaillen waren die Ausbeute, doch inzwischen müssen sich die Slalomartisten mit Magerkost begnügen. Altmeister Giuliano Razzoli war als 14. in Kitzbühel der beste „Azzurro“. Riccardo Tonetti (Bozen) zählte eigentlich nicht mehr zum Slalomkader, zeigte mit Rang 23 aber neuerlich eine ansprechende Leistung, nach den Plätzen 12 (Zagreb) und 19 (Adelboden) kann der WM-Slalom für den 29-Jährigen ein Thema werden. Die Zugpferde Manfred Mölgg und Stefano Gross sind im ersten Durchgang nicht ins Ziel gekommen. Am Dienstag beim „Nightrace“ in Schladming haben Mölgg & Co. die Chance zu zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören.

_____________________
Die SportNews -Skikanone begleitet Sie als regelmäßige Rubrik durch den WM-Winter 2018/19.

Autor: zor

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210