L Ski Alpin

Der Überraschungsmann: Johannes Strolz. © AFP / SEBASTIEN BOZON

Strolz und der späte Durchbruch: „Komplett verrückt“

„Es ist komplett verrückt. Ich bin so knapp vor dem Karriereende gestanden. Und jetzt bin ich ein Weltcupsieger und im Olympiateam für Österreich.“ Johannes Strolz kann es noch immer nicht ganz fassen, dass er mit 29 Jahren einen „absoluten Traum“ erlebt.

Der Slalom-Spezialist aus Vorarlberg war mangels guter Ergebnisse schon aussortiert, musste privat weitertrainieren und dabei seine Ski selbst wachsen. Sein Sensationssieg in Adelboden hat alles geändert.


Dem Sohn von 1988-Olympiasieger Hubert Strolz ist dort im Winter vor seinem 30. Geburtstag mit dem ersten Weltcupsieg überhaupt seine Ankunft in der Ski-Elite gelungen. Das schlug sich letztlich auch in der Nominierung für die Peking-Winterspiele nieder. Fast noch mehr als der späte Durchbruch freut Strolz, dass er zuletzt als Fünfter in Kitzbühel diesen Coup bestätigen und deshalb danach mit guten Erwartung in Schladming in den nächsten Heim-Slalom gehen konnte.

„Er klopft vorne an. Das tun viele andere derzeit im Slalom zwar auch, aber ich freue mich für ihn total“, quittierte Slalomchef Marko Pfeifer die Leistungen des Vorarlbergers mit Genugtuung. „Er finished von Rennen zu Rennen und kommt auch mit der Startnummer immer weiter nach vorne.“

Er präpariert sich die Skier selber
Strolz ist der positivste Ausreißer in Pfeifers Team, das von vielen Verletzungen geplagt wird und zuletzt wegen positiver Covid-Tests auch immer wieder Fahrer wie Manuel Feller oder Michael Matt vorgeben musste. Strolz ist einerseits happy, dass es ihm ausgerechnet in einer Olympia-Saison gerade so aufgeht.

Strolz ist die Slalom-Überraschung. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Strolz ist nach wie vor sein eigener Ski-Servicemann und das wird auch noch eine Zeit so bleiben. In Peking wird er zwar von Head mitbetreut, die Slalomski will er sich aber in den Bereichen Kanten und Setup selbst herrichten. Ziel ist aber schon, mittelfristig einen Servicemann zu haben.

Dem Österreicher ist bewusst, dass er noch vor einem Jahr nicht zu denken gewagt hätte, wo er heute ist. „Beruhige dich mal. Ich kämpfe gerade ums Überleben in diesem Sport“, hätte er jemand geantwortet, der ihm die heutige Situation vorhergesagt hätte. Wie und warum er dort hin gelangt sei? „Ich bin noch einmal gereift, glaube ich. Ich habe schon die letzte Jahre viel richtig und gut gemacht, war immer schon schnell und auch stabil. Irgendwas hat aber noch gefehlt.“

Dieses fehlende Teil habe er im vergangenen Sommer gefunden. „Und dann habe ich im Winter nochmals die Chance und das Vertrauen gekriegt, obwohl die ersten zwei Rennen Nullpunkter waren. Erst dann habe ich endlich mal zwei gute Läufe ins Ziel gebracht und gezeigt, wenn alles passt, ist viel möglich“, sagt der 300. Sieger der Weltcupgeschichte.

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