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Dominik Paris rockte die „Stelvio“. © Pentaphoto/Marco Trovati

Südtiroler Bormio-Wahnsinn: Paris vor Innerhofer

Südtiroler Doppelsieg auf der „Stelvio“! Dominik Paris hat die Abfahrt in Bormio vor seinem Teamkollegen Christof Innerhofer gewonnen.

Die Weltcup-Abfahrt in Bormio stand am Freitag ganz im Zeichen der Südtiroler Skirennläufer. Erst legte der Gaiser Christof Innerhofer eine überragende Bestzeit hin, dann kam „Domme“: Der Ultner Dominik Paris rockte in bester Heavy-Metal-Manier die anspruchsvolle Piste und übernahm die Führung, 0,36 Sekunden vor Innerhofer.

Mit einem Rückstand von 0,52 Sekunden holte sich der Schweizer Beat Feuz den dritten Platz. Der US-Amerikaner Bryce Bennett holte überraschend den vierten Platz (+0,67 Sek.). Bereits in Gröden hatte Bennett das Podest als Vierter knapp verpasst.

Den letzten Südtiroler Doppelsieg im alpinen Skiweltcup hatte es am 15. März 2017 gegeben. Auch bei der damaligen Abfahrt beim Weltcup-Finale in Aspen hatte sich Paris den Sieg geholt. Damals vor Peter Fill. Der Kastelruther hat auf einen Start in Bormio verzichtet. Am 24. Dezember war er im Training zu Sturz gekommen (SportNews hat berichtet).

Südtiroler bändigen „Stelvio“
Die berühmt-berüchtigte „Stelvio“-Piste war auch an diesem Freitag ein echter Härtetest für die Skirennfahrer. Aus 2255 Metern Meereshöhe ging es auf 3270 Metern Fahrstrecke rund 1000 Höhenmeter bergab zur Ankunft auf 1245 Metern. Zwar hatten hohe Temperaturen der „Bestie Stelvio“ über Nacht ein wenig die Zähne gezogen und es war nicht mehr ganz so eisig, dennoch verlangte die anspruchsvolle Piste den Athleten alles ab.

Der Gaiser Christof Innerhofer zählte bereits im Vorfeld zu den Mitfavoriten. Dieser Rolle wurde er gerecht. Innerhofer, der als Zweiter gleich nach dem Österreicher Hannes Reichelt an den Start ging, zeigte eine fast fehlerfreie und saubere Fahrt mit einer direkten Linie und übernahm die Führung. Und dies mit einer starken Zeit: „Inner“ flog geradezu mit viel Power über den Kurs. An seiner Zeit sollten sich noch einige Fahrer die Zähne ausbeißen.

Christof Innerhofer fand Gefallen an der eisigen Piste. © APA/afp / MIGUEL MEDINA

Erst der Schweizer Beat Feuz mit der Startnummer sechs konnte „Inner“ überhaupt ein wenig gefährlich werden und platzierte sich 0,16 Sekunden hinter dem Gaiser auf dem zweiten Platz.
Dann kommt „Domme“
Doch dann kam er: Vorjahressieger Dominik Paris gab von Anfang an Vollgas. Er wählte eine engere Linie als die Starter vor ihm. Im ersten Streckenabschnitt lag Paris noch hinter Innerhofer. Im Mittelteil holte „Domme“ schließlich einen kleinen Vorsprung heraus, legte eine hohe Geschwindigkeit an den Tag und rockte die „Stelvio“ bis auf die letzten Meter. Schlussendlich leuchtete die Anzeigentafel grün, die Wahnsinns-Zeit des Ultners bedeutete einen Vorsprung von 0,36 Sekunden auf seinen Teamkollegen. Vom Rest des Feldes schaffte es niemand mehr, den beiden Südtirolern gefährlich zu werden.

Nicht optimal lief es für den dritten Südtiroler. Der Passeirer Werner Heel ging mit der Startnummer 38 ins Rennen, verpasste einen Platz unter den besten 30 und damit verbunden die Weltcup-Punkte jedoch klar. Schlussendlich musste er sich mit Platz 38 begnügen.
Stürze vor dem Ziel
Ein schwerer Sturz von Klemen Kosi überschattete das Rennen. Der Slowene kam kurz vor dem Ziel zu Sturz und wurde mit vollem Tempo ins Auffangnetz geschleudert. Die Ärzte eilten zur Unfallstelle. Wenige Minuten später die Entwarnung: Kosi war ansprechbar. Der verletzte Slowene wurde nach der Erstversorgung mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Der Sturz sorgte für eine längere Unterbrechung (siehe auch eigener Artikel).

Bereits zuvor war auch der Österreicher Johannes Kröll beim Zielsprung zu Sturz gekommen. Der 27-Jährige flog buchstäblich durch die Luft und landete auf dem Rücken: Er blieb glücklicherweise unverletzt und konnte sich schnell wieder von alleine aufrappeln.

Johannes Kröll blieb bei diesem Sturz glücklicherweise unverletzt. © APA/afp / MIGUEL MEDINA

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