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Das China Skiteam South Tyrol trainiert im Antholzertal © TV Antholzertal

Südtiroler Trainerlegende übt mit Ski-Nachwuchs aus China

Das Antholzertal ist als Biathlon-Tal weltweit bekannt. Kaum jemand aber weiß, dass in der Ortschaft Mittertal auch ein Skilift steht. Das China Skiteam South Tyrol hat den 1.600 Meter langen Riepenlift zum Trainingsstützpunkt gewählt.

Die bekannten Trainer Franz Gamper (Ulten) und Hansjörg Plankensteiner (Rasen/Antholz) betreuen dort 50 Athleten aus China, dem Ausrichter der Olympischen Winterspiele 2022. Wir haben die Erfolgstrainer zum Interview getroffen.

Wie gefällt dir die Trainingspiste? Was hast du dir gedacht, als du das erste Mal dort warst?
Franz Gamper: Gewaltig. So etwas muss man erst finden! Normalerweise sind Dorflifte 200 Meter lang. Hier ist die Länge super! Das ist zu 100% genau das, was wir brauchen.

Mit wem hast du alles schon am Riepenlift trainiert?
Hansjörg Plankensteiner: Ich gehe schon seit 20 Jahren mit verschiedenen Athleten zum Training auf den Riepenlift. Das waren unbekannte Sportler, aber auch Weltmeister, WM- und Olympiamedaillengewinner, sowie Weltcupsieger.

Welche Disziplinen kann man besonders gut trainieren?
Hansjörg Plankensteiner: Meistens wird dort Riesentorlauf trainiert, es ist mittelsteiles Gelände wo man die Technik super verfeinern kann.

Wie läuft das Training mit China-Skiteam?
Franz Gamper: Unser Ziel ist es, dass die Athleten richtig viel Ski fahren. Sie müssen Kilometer machen. Viel freies Skifahren, aber zuletzt gingen wir mit einzelnen Gruppen bereits zum Torlauf über. Auch wurden im unteren Teil eigens für uns Wellen aufgeschoben, einfach ein Traum. Mich wundert's, dass nicht mehr Skiklubs dort trainieren.

Die Athleten aus China lernen gerade das Skifahren.
Franz Gamper: Das ist kein „Übungshang“, das ist mittelsteiles Geländes, bietet ideale Trainingsbedingungen, selbst für Nationalteams, zumindest für 2-3 Tage. Dann müssten allerdings im oberen Teil zusätzliche Sicherheitsnetze installiert werden. Aber die Lage und die Piste sind einfach herrlich.

Was macht eine gute Trainingspiste aus?
Hansjörg Plankensteiner: Eine gute Trainingspiste muss man ohnedies erst zur Verfügung gestellt bekommen. Wo gibt es das, dass man einen 40 Tore langen Riesentorlauf mit 25/26 Meter Torabstand aufstellen kann? Das entspricht einer Laufzeit von etwa 55 Sekunden, für Weltcupfahrer wohlgemerkt! Sowas ist sonst kaum irgendwo möglich. Ich kann gar nicht verstehen, dass einheimische Skiklubs nicht solche Dorflifte nutzen! Auch die Liftgesellschaft ist sehr flexibel, wenn es sein muss schalten sie den Lift früher ein oder später aus! Auch die Torstangen sind kein Hindernis.

Wie gefällt es dem China-Skiteam?
Hansjörg Plankensteiner: Die Verantwortlichen aus China sind mit allem sehr zufrieden, sie betonen immer wieder, dass die Athleten zum Training da sind. Bei Bedarf werden mit dem Pistengerät Wellen aufgeschoben, es wird alles geboten. Vom Slalom bis zum Super-G ist alles dabei, und es fühlt sich wie eine private Piste an!

Ist es umständlich an die Piste hinzukommen?
Hansjörg Plankensteiner: Überhaupt nicht, im Gegenteil. Für die China-Gruppe ist es schlichtweg optimal, die Athleten steigen in Oberrasen in den Kleinbus ein, nach 10 Minuten sind sie schon auf der Piste. Die Piste geht bis zur Straße, der Parkplatz an der Talstation ist direkt neben der Straße. Bequemer und schneller geht es nicht.


Autor: pm

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