L Ski Alpin

Nadia Delago ist (wohl) Südtirols einzige WM-Teilnehmerin. © Pentaphoto

Südtirolerinnen bei Ski-WM: Nadia Delago allein auf weiter Flur

Italiens Ski-Damen erleben zurzeit einen wahren Boom und übertreffen sämtliche Rekorde. Dass gleichzeitig die heimische Bewegung kriselt, ist keine Neuigkeit. Die Weltmeisterschaft in Cortina liefert den nächsten Beweis.

Seit fast 40 Jahren ist Südtirol bei der Ski-WM ununterbrochen mit mindestens einer Dame vertreten. Beinahe wäre diese Serie ausgerechnet bei der Heim-WM gerissen. Diese Gefahr ist nun gebannt: Nadia Delago wird die Südtiroler Fahne in Cortina hochhalten. Neben der Grödnerin sind auch Marta Bassino, Federica Brignone, Elena Curtoni, Irene Curtoni, Lara Della Mea, Francesca Marsaglia, Martina Peterlini und Laura Pirovano dabei. Die große Abwesende ist die verletzte Sofia Goggia. Spannend wird sein, wer in welchen Disziplinen startet. SportNews wagt die Prognose.

Alpine Kombination
In diesem besonderen Corona-Winter wurde die umstrittene Disziplin außen vor gelassen. Wettkämpfe gab es keine, Vergleichswerte damit auch nicht. Nichtsdestotrotz haben Federica Brignone und Marta Bassino das Ticket fest in der Tasche. Einerseits, weil keine Abfahrt, sondern ein Super-G den ersten Teil der Kombination bildet. Anderseits, weil Brignone die amtierende Siegerin der Kombi-Kugel und Bassino in dieser Disziplin ebenfalls hoch einzuschätzen ist.

Italiens heißestes Eisen in der Kombi: Federica Brignone © Pentaphoto


Dahinter hat Elena Curtoni mit einem Top-5-Platz im letzten Winter die besten Karten. Doch wer komplettiert das Quartett? Dass die Wahl auf Nadia Delago hinauslaufen wird, ist aufgrund mehrerer Tatsachen unwahrscheinlich. Sie hat im Weltcup in besagter Disziplin zwar schon zwei Mal gepunktet, einen Rang in den Top 10 kann die 23-Jährige im Gegensatz zu Laura Pirovano jedoch nicht vorweisen. Deshalb ist die Grödnerin wohl zum Zuschauen verdammt.
Super G
Das Quartett stellt sich in dieser Disziplin angesichts der bisherigen Saisonergebnisse von selbst auf. Brignone und Bassino haben beide das Podest erklommen und sind daher gesetzt. Gleiches gilt für Francesca Marsaglia, die einen 4. Rang vorweisen kann, und Elena Curtoni. Letztere hat zwar nur eine Top-10-Platzierung zu Buche stehen, gegenüber Pirovano aber die besseren Ergebnisse. Dass Delago zum Einsatz kommt, ist so gut wie ausgeschlossen.
Abfahrt
Die Abwesenheit des Superstars Sofia Goggia hat das italienische Team schwer getroffen. So bitter dieser Ausfall aus Sicht der 28-Jährigen auch ist – er bietet anderen Athletinnen die Chance, sich auf großer Bühne zu empfehlen. Eine, die davon „profitieren“ könnte, ist Nadia Delago.

Während Marta Bassino zu den großen Medaillenanwärterin gehört, muss Sofia Goggia das Geschehen von der Couch verfolgen. © Pentaphoto


Mit den Rängen 10, 13, 23, 29 und 27 ist die Grödnerin für uns gesetzt. Die Trainer könnten allerdings festlegen, dass sie sich erst in der internen Quali gegen Marsaglia durchsetzen muss. Das Zünglein an der Waage ist hierbei Brignone: Lässt die Allrounderin die Abfahrten aus, dann stehen sowohl Delago als auch Marsaglia neben den gesetzten Curtoni und Pirovano am Start. Die Chancen dazu stehen gut, zumal Brignone in der Cortina-Abfahrt nie über den 12. hinausgekommen ist.
Parallel und Team-Parallel
Nur ein Parallel-Rennen hat in dieser Saison stattgefunden. Darum ist völlig offen, wer die begehrten WM-Tickets erhält. Lara Della Mea und Irene Curtoni sind die amtierenden Bronzemedaillengewinnerinnen im Team-Parallelrennen. Ihnen ist der Startplatz nicht zu nehmen. Wer das Aufgebot komplettiert, ist hingegen offen. Brignone, Bassino oder doch eine Außenseiterin? Südtirolerin kommt trotz der Ungewissheit keine in Frage.
Riesenslalom
Die goldenen Zeiten von Denise Karbon & Co. sind vorbei. Eine Weltklasse-Riesentorläuferin aus Südtirol sucht man zurzeit vergebens. Dabei gibt Italien mit Bassino und Brignone in der Kerndisziplin des Skisports den Ton an. Hinter den beiden Ausnahmekönnerinnen klafft eine große Lücke. Diese kann am ehesten Speed-Spezialistin Elena Curtoni stopfen. Gut möglich, dass Pirovano, die Junioren-Weltmeisterin von 2017, das Aufgebot komplettiert. Denn so richtig aufgedrängt hat sich keine weitere Athletin – auch keine Südtirolerin.
Slalom
Das große Sorgenkind in Südtirols Ski-Szene ist und bleibt der Slalom. Auch in diesem Winter hat keine heimische Athletin Weltcuppunkte gesammelt. Immerhin hat Vivien Insam mit den Plätzen 5 und 7 im Europacup für einen kleinen Lichtblick gesorgt. Für eine WM-Nominierung reichte das aber nicht. Mit Irene Curtoni und der Trentinerin Martina Peterlini sind sich 2 Athletinnen ihrer Position jedenfalls sicher. Trotz einer desaströsen Saison dürfte auch Lara Della Mea den Zuspruch erhalten.

Nadia Delago will sich in der Abfahrt von ihrer besten Seite präsentieren. © Pentaphoto


Es bleibt also dabei: Südtirol hat im Damen-Bereich großen Aufholbedarf. Dass mit Nicol Delago die momentan stärkste Athletin verletzungsbedingt passen muss, kann dabei nicht außer Acht gelassen werden. Während die 25-Jährige an ihrem Comeback arbeitet, muss ihre jüngere Schwester Nadia die Südtiroler Ehre verteidigen.

Autor: leo

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210