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Ein amerikanischer Ski-Held sagt Good Bye. © det

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Ein amerikanischer Ski-Held sagt Good Bye. © det

Heimlicher Ski-Held: Ein trauriger Rücktritt

Noch bevor die Speedsaison der Herren begonnen hat, gibt es in der Ski-Welt einen Rücktritt zu verkünden. Ein US-Amerikaner mit verrückter Geschichte wird seine Karriere beenden.

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Im Ski-Zirkus gibt es zahlreiche Superstars. Doch nicht immer schreiben die Marco Odermatts, Dominik Paris', Franjo Von Allmens oder Lucas Braathens dieser Welt die verrückten Geschichten. Oft sind es auch die Außenseiter, die eine außergewöhnliche Story zu bieten haben. Unter anderem der US-Amerikaner Wiley Maple. Die Laufbahn des 36-Jährigen ist alles, nur nicht normal – und wird in einem Monat Geschichte sein. Maple hat nämlich sein Karriereende angekündigt.


Am 4. Dezember wird sich der US-Boy, der bislang 105 Weltcuprennen absolviert hat, in Beaver Creek zum letzten Mal aus dem Starthaus werfen. Das Kuriose daran: Es ist dies das bereits zweite Karriereende, das Maple verkündet. Denn eigentlich hatte er bereits vor sieben Jahren aufgehört, weil er große Probleme mit dem Rücken hatte.

Für die Karriere putzte er Fenster und verkaufte Bilder

Anschließend schloss Maple ein Philosophiestudium ab, bemerkte dann aber schnell, dass ein normaler Job nichts für ihn ist. Und so startete der US-Amerikaner sein Projekt Comeback. Um sich diesen Traum zu erfüllen, veranstaltete Maple nicht nur eine jährliche Spendenaktion, sondern nahm auch andere Jobs an: Mal verkaufte er selbst gemalte Bilder, mal half er beim Streichen von Häusern, mal putzte er Fenster. Denn: Der Mann aus Minnesota ist ein Alleinkämpfer, musste sich also alles selbst finanzieren.

Wiley Maple in Aktion: Der US-Boy hört auf. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / SEAN M. HAFFEY

Wiley Maple in Aktion: Der US-Boy hört auf. © GETTY IMAGES NORTH AMERICA / SEAN M. HAFFEY


Umso bemerkenswerter ist das, was der 36-Jährige heuer geschafft hat. In der Kitzbühel-Abfahrt raste Maple auf Rang 19 – das drittbeste Ergebnis seiner Karriere (Bestresultat war Platz 12 in Bormio 2023). Nun macht Maple aber Schluss.

„In den vergangenen vier Jahren durfte ich meinen Traum noch einmal Leben, mich aus dem Nichts zurückkämpfen und wieder etwas aufbauen. Ich hatte die schnellsten Jahre meiner Karriere nach dem Rücktritt“, schmunzelt Maple in seinem Abschiedsposting auf Instagram. Der US-Amerikaner macht keinen Hehl daraus, dass die finanzielle Last in den letzten Jahren groß war.

Kitzbühel-Preisgeld für die Flüge

„Ich habe gehofft, dass ich noch schneller fahren würde – und sich daraus ein Glücksfall ergeben würde, der mir irgendwann ein eigenes Zuhause ermöglicht“, so Maple, der speziell auf das Kitzbühel-Rennen mit seinem 19. Platz Bezug nimmt. „Der schnellste Amerikaner an diesem Tag kam in die Top 20 der Welt und gewann 3.280,88 Dollar. Ich freue mich, berichten zu können, dass ich diesen Geldsegen noch immer nicht für die Anzahlung auf ein Haus verwendet habe, denn er hat mir gerade einmal die Flüge dorthin bezahlt.“

Trotzdem erlangte Maple die Erkenntnis: „Ich hatte verdammt viel Spaß und werde diesen Sport höllisch vermissen. Leider ist Liebe alleine irgendwann nicht mehr genug.“ Nach seinem letzten Rennen Anfang Dezember startet Maple also in ein neues Leben: Er wird ein weiterführendes Studium absolvieren und zugleich in einer Skischule arbeiten.

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