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Ski-Ass erlebt die schwierigste Zeit der Karriere. © AFP / FRANCOIS XAVIER MARIT

Verzweifeltes Ski-Ass: „Es ist ein Albtraum“

Während Peking in den nächsten beiden Wochen der Nabel der Sport-Welt sein wird, durchlebt eine Skifahrerin die schwierigste Zeit ihrer Karriere.

Professionelles Skifahren ist eine der gefährlichsten Sportarten der Welt. Wer in seiner Karriere ohne Knochenbrüche oder Kreuzbandrisse durchkommt, der zählt zur Ausnahme und nicht zur Regel. Doch das, was eine junge schwedische Skirennfahrerin gerade durchmachen muss, zeigt: Der Ski-Gott meint es mit ihr einfach nicht gut.


Lisa Hörnblad hat sich nämlich vor einer Woche beim Super-G in Cortina d’Ampezzo eine schwere Knieverletzung zugezogen. „Kreuzband, Seitenbänder, Menisken gerissen. Mein Knie ist praktisch zerstört“, schrieb sie auf Social Media. Am Montag folgte in Schweden schließlich die Operation, nach der sie mitteilte: „Leider ist die Verletzung noch schlimmer als zunächst angenommen. Allerdings haben die Ärzte einen fantastischen Job gemacht.“

Zweieinhalb Jahre Arbeit für sechs Monate
Ein Kreuzbandriss ist im Skisport – wie anfangs erwähnt – nichts Ungewöhnliches. Das Pech, das Hörnblad hat, aber schon. Die 25-Jährige hatte sich 2019 ebenfalls das Kreuzband gerissen, damals jedoch im anderen Knie. Der Weg zurück erwies sich als sehr schwierig. Erst im November 2021 – also zweieinhalb Jahre nach der Verletzung – kehrte die Speed-Spezialistin in den Weltcup zurück. Die Schwedin machte sich große Hoffnungen auf Olympia, nun aber das neuerliche Malheur.

Lisa Hörnblad verletzte sich schwer. © AFP / JOE KLAMAR


„Ich habe zweieinhalb Jahre gegeben und sechs Monate zurückbekommen. Sechs Monate, um das zu tun, was ich liebe: Skifahren. Aber das war es jetzt erstmal für mich“, so die emotionalen Worte von Hörnblad, die ergänzt: „Es fühlt sich wie ein Albtraum an. Ich kann einfach nicht glauben, dass es passiert.“
2019 rettete sie einem Mann das Leben
In ihrer Karriere hat die 25-Jährige, die mit dem schwedischen NHL-Spieler Rasmus Sandin (Toronto Maple Leafs) liiert ist, 32 Weltcuprennen bestritten und an Olympischen Spielen bzw. Weltmeisterschaften teilgenommen. Ihre beste Platzierung erreichte sie bei der Heim-WM in Åre 2019, als sie Platz 9 belegte. Auf Südtiroler Boden feierte Hörnblad sogar einmal einen Sieg, als sie 2017 in der Europacup-Abfahrt im Sarntal triumphierte.

International in den Medien war die Skirennläuferin aber wegen eines anderen Umstandes: 2019 rettete sie in Garmisch-Partenkirchen gemeinsam mit zwei Teamkolleginnen einem deutschen Funktionär das Leben. Der 60-Jährige hatte in einer Gondel einen Herzinfarkt erlitten, woraufhin die drei Schwedinnen Erste Hilfe leisteten. Hörnblad führte dabei eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durch, bis der Rettungshelikopter an der Bergstation eintraf.

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