
Anna Trocker hat den zweiten Durchgang in Sölden nur knapp verpasst. © Teyssot / Pierre TEYSSOT
Trockers tapferes Sölden-Debüt: „Habe viel gelernt“
Für Anna Trocker war der Riesenslalom am Samstag eine besondere Premiere: Erstmals stand das 17-jährige Ski-Talent aus Südtirol am Rettenbachferner in Sölden am Start. Den zweiten Durchgang verpasste sie zwar knapp, für den Youngster war der Auftritt aber nur ein Startschuss.
24. Oktober 2026
Aus Sölden

Von:
Christoph Niederkofler
Es waren Bilder, die den viel zitierten Begriff der „Ski-Familie“ einmal mehr greifbar gemacht haben. Lange nachdem Anna Trocker ihren Lauf im ersten Durchgang des Riesenslaloms am Samstag absolviert hat, blickte sie zusammen mit ihren Teamkolleginnen gebannt auf den großen Bildschirm im Zielraum. Gemeinsam litten sie mit den Fahrerinnen, freuten sich für sie – und umarmten schließlich einander.
„Wir sind alles junge Athletinnen, daher ist das Team etwas enger zusammengeschweißt“, meinte die Völserin wenig später im Interview mit SportNews. „Wir verstehen uns super, es ist eine große Hetz – und man freut sich auch sehr für die anderen.“
„Ich glaube, ich war ein bisschen zu brav. Aber es hat mir sehr Spaß gemacht.“ Anna Trocker
Für Trocker war der Arbeitstag zu diesem Zeitpunkt bereits beendet. Nach einer beherzten Premierenfahrt am Rettenbachferner fehlten ihr lediglich 21 Hundertstelsekunden zum Sprung in den zweiten Durchgang (36./+2,75 Sekunden). „Es hat sich einfach super angefühlt – noch besser als im Training“, schwärmte sie anschließend, musste aber zugeben: „Ich glaube, ich war ein bisschen zu brav. Aber es hat mir sehr Spaß gemacht und es ist schön, dass ich jetzt ein Rennen auf dieser Piste bestritten habe.“
Trocker nach Sölden-Debüt: „Habe viel gelernt“
Die Piste in Sölden gilt als die wohl anspruchsvollste Strecke im Kalender. Aufregung kannte Trocker, die in der vergangenen Saison ihre ersten Weltcup-Punkte sammelte und auch bei den Olympischen Spielen am Start war, jedoch keine. „Ein bisschen nervös war ich, aber nicht extrem“, sagte sie und fügte an: „Ich war einfach noch nicht in der 'Race Mood', es ist eben noch ein bisschen früh.“Anna Trocker hat in Sölden eine Premiere gefeiert. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Weiter geht es im Weltcup erst in ein paar Wochen. In Levi (14./15. November) steht der erste Slalom auf dem Programm, anschließend reist der Ski-Zirkus nach Gurgl (21./22. November) und Killington in den USA (28./29. November). „Jetzt geht es erst einmal nach Hause, wo wir im Schnalstal ein paar Tage trainieren werden“, blickte Trocker voraus. „Dann fliegen wir nach Finnland und sind etwa zehn Tage in Levi.“
Ihre Zusammenfassung für das erste Sölden-Wochenende ihrer Karriere fiel kurz und knapp aus: „Ich habe viel gelernt“, sagte Trocker und musste lachen. „Für das nächste Jahr weiß ich, dass es etwas einfacher sein wird auf diesem Hang zu fahren. Heute ging es darum, wieder in die Race Stimmung zu kommen – und jetzt bin ich wieder drin.“
Bassino feiert Comeback
Während Trocker zum ersten Mal in Sölden im Einsatz war, gab Marta Bassino ihre lang ersehnte Rückkehr. Die 30-Jährige aus Cuneo, welche am Rettenbachferner im Oktober 2020 triumphiert hatte, bestritt ihr erstes Rennen nach ihrer schweren Verletzung im Vorjahr. Damals hatte sich kurz vor dem Auftakt in die olympische Saison das Schienbein gebrochen. Die Verletzung hatte das Saisonaus bedeutet.Marta Bassino gab in Sölden ihr Comeback. © ANSA / ANNA SZILAGYI
Für den zweiten Durchgang reichte es zwar auch für Bassino nicht (43./+3,01), dennoch zeigte sie sich zufrieden. „Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und das Rennen bestritten zu haben“, ordnete sie ihr Comeback ein. „Ich weiß, dass ich nach der langen Pause noch mehr Sicherheit und zusätzliche Trainingskilometer brauche.“
In einer völlig anderen Gefühlswelt war derweil Asja Zenere, die beste Azzurra im Feld (5./+0,72), unterwegs. „Ich bin überglücklich“, schwärmte die 29-Jährige in der Mixed Zone. „Wenn mir jemand im April gesagt hätte, dass ich in Sölden Fünfte werde, hätte ich sofort unterschrieben. Ein guter Anfang ist schon die halbe Miete.“
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