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Isolde Kostner zählt zu den Unterstützerinnen der Grödner WM-Kandidatur.

TV-Shows, Grödner WM und Shiffrins Nerven: Isolde Kostner im Interview

Zwei WM-Goldmedaillen, eine Silberne, zudem insgesamt drei Edelmetalle bei den Olympischen Spielen und zwei Abfahrtskugeln: Isolde Kostner hat mit ihrer großartigen Karriere Spuren in Südtirols Sportgeschichte hinterlassen. Heute blickt sie von Außen auf die Geschehnisse im Ski-Weltcup, eine klare Meinung vertritt sie aber dennoch.

Von:
Alexander Foppa

Im folgenden Interview mit SportNews spricht Kostner über die Grödner Kandidatur für die Ski-WM 2029, die Entwicklung der beiden Delago-Schwestern und die positiven sowie negativen Highlights des vergangenen Weltcup-Winters. Außerdem berichtet sie von ihren Erfahrungen bei der Reality-Show „Isola dei famosi“.


Wie stehen Sie zur Grödner Kandidatur für die Ski-WM 2029?

Isolde Kostner: „Als ehemalige Athletin schlägt mein Herz natürlich für den Sport. Das wäre für alle alpinen Skifahrer in Südtirol und ganz Italien ein einmaliges Event, so eine Chance erhält nicht jeder in seiner Karriere. Da ich in der Hotelbranche tätig bin muss ich aber auch sagen, dass eine WM die gesamte Wirtschaft im Tal fördern würde. Wir hätten die Möglichkeit, unseren Tourismus nochmal aufzuwerten.“


Mit Ihrem Karriereende begann bei den Südtiroler Speed-Damen eine lange Flaute – bis Nicol und Nadia Delago ins Rampenlicht traten. Wohin können es die beiden noch bringen?

„Sie sind beide mit einem begnadeten Talent ausgestattet. Sie sind exzellente Gleiterinnen und zudem technisch enorm stark. Wenn sie ihre innerliche Ruhe und Geduld beibehalten, können sie die bisherigen Ergebnisse noch bei weitem toppen. Sie haben das Potenzial, richtige Siegläuferinnen zu werden.“

„Sie haben das Potenzial, richtige Siegläuferinnen zu werden.“ Isolde Kostner über die Delago-Schwestern


Abgesehen von den Delago-Schwestern, was hat Sie im vergangenen Weltcup-Winter besonders beeindruckt?

„Das große Highlight war natürlich die Olympia-Bronzene von Nadia Delago. Ich kenne sie von klein auf und gönne ihr diesen Erfolg von ganzem Herzen. Darüber hinaus ist natürlich der Erfolgslauf des italienischen Damen-Nationalteams hervorzuheben.“


Und was bleibt Ihnen negativ in Erinnerung?

„Ich weiß nicht, ob ich es als negativ bezeichnen kann, aber die Olympia-Flaute von Mikaela Shiffrin fand ich außergewöhnlich. Da sieht man, was einem der Kopf für Streiche spielen kann. Vor solchen Momenten ist selbst ein absoluter Superstar nicht gefeit. Sie hat aber unheimliche Größe bewiesen, in dem sie nicht aufgesteckt hat und im Anschluss den Gesamtweltcup eingefahren hat.“


Wie präsent ist denn der professionelle Skirennsport noch im Leben der Isolde Kostner?

„Wegen meiner Schwangerschaft habe ich ja kurz vor Olympia 2006 meine Karriere beendet, habe dann unmittelbar eine Familie gegründet und bin in die Arbeitswelt eingetaucht. Für mich hat irgendwie ein neues Leben begonnen, das ich seitdem in vollen Zügen genieße. Ich freue mich im Herbst aber immer wieder, wenn die neue Weltcupsaison vor der Tür steht. Bis Weihnachten verfolge ich das Geschehen intensiv, danach nur mehr wenn es die Zeit zulässt.“

Isolde Kostner bestritt insgesamt 249 Weltcuprennen, 15 davon gewann sie. © APA


Während der Corona-Pandemie haben Sie Ihre freie Zeit genutzt, um völlig neue Wege zu gehen und ins Fernsehen zu wechseln. Wie kam es dazu?

„Ich hatte ja bereits vor Jahren an der TV-Sendung 'Notti su ghiaccio' teilgenommen. Das hat mir damals so gut gefallen, dass ich so etwas unbedingt nochmal ausprobieren wollte. Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich nicht auf die 'Isola dei famosi' gehen möchte, als dann unser Hotel vergangenes Jahr coronabedingt geschlossen war, habe ich mir gesagt: Jetzt machst du es!“


Die Sendung gilt als inszenierter Überlebenskampf. Wie hart war es denn wirklich auf der Insel?

„Die Sendung ist mit dem 'Dschungelcamp' in Deutschland vergleichbar. Man ist in der wilden Natur auf sich alleine gestellt, das ist wirklich so. Dieser Umstand hat mich inspiriert, auch wenn ich eingestehen muss, dass mir die Entscheidung, dorthin zu gehen, nicht leicht gefallen ist – besonders der Kinder wegen. Es war phasenweise sehr schwierig, da es unter den Teilnehmern andauernd Streitigkeiten gab und man effektiv über Wochen sehr wenig gegessen hat.“


Würden Sie es nochmal machen?

„Ja, ohne Zweifel! Ich war schon immer sehr neugierig und bin grundsätzlich jemand, der nach neuen Erfahrungen sucht. Und das war es in der Tat, ich behalte es als richtiges Abenteuer in Erinnerung.“


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