L Ski Alpin

Die Rennen in Gröden geben stets spektakuläre Bilder her. © saslong.org

Über die Tücken, in Zeiten wie diesen ein Ski-Rennen zu planen

In einem Monat beginnt die Ski-Saison mit den Rennen in Sölden. Wegen der Corona-Situation ist zurzeit jedoch noch einiges ungewiss. Auch in Südtirol.

Rainer Senoner hat als Chef der Gröden-Rennen schon ruhigere Jahre erlebt. „Heuer unter diesen Umständen ein Rennen zu organisieren, ist nicht einfach. Wir in Gröden sehen es aber als Beitrag zum Re-Start im ganzen Lande. Wir wollen mit Alta Badia noch enger zusammenrücken und zusammen ein Zeichen in die Welt setzen, dass problemlos skigefahren werden kann“, so der langjährige Präsident.


„Außerdem arbeiten wir eng mit allen Südtiroler Weltcupveranstaltern der anderen Wintersportarten zusammen, die ebenfalls alles daran setzen, damit ihre Rennen stattfinden. Diese Veranstaltungen sind für unser Land enorm wichtig, sei es für die Tourismuswerbung, sei es für die lokalen Wirtschaftskreisläufe“, weiß Senoner. Allerdings ist die Situation ungewiss, vor allem weil man noch nicht weiß, wie sich die Corona-Lage bis Anfang Dezember (also wenn der Ski-Weltcup richtig startet) entwickeln wird.

Rainer Senoner, Präsident des Saslong Classic Club und Rennleiter in Gröden. © saslong.org


Senoner hofft, dass die Rennen am 18. und 19. Dezember mit Zuschauern ausgetragen werden können. „Ich sehe positive Zeichen aus Österreich, wo mittlerweile schon vor Fans Fußball gespielt wird. Auch bei Indoor-Sportarten wie Eishockey gibt es bereits Zuschauer. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass bei einem Freiluftsport wie Skifahren Zuschauer mit dabei sein können, allerdings in geringerer Anzahl. Man wird Verständnis haben müssen, dass man vielleicht nicht mehr die großen VIP-Zelte hat. Zudem müssen sich die Zuschauer natürlich entsprechend der Regeln verhalten“, so der Gröden-Chef.
Finanzieller Aspekt als größte Hürde
Das größte Problem sei zurzeit der finanzielle Aspekt. „Gegen eine Pandemie kann man sich nicht mehr versichern lassen“, so Senoner, der erläutert: „Wenn man anfängt zu planen, hat man schon gewisse Kosten. Sollten die Rennen dann abgesagt werden, wäre das verheerend. Deshalb ist es für uns sehr wichtig – und dafür bin ich auch sehr dankbar –, dass wir von der politischen und touristischen Seite starke Rückendeckung bekommen. Nichtsdestotrotz: Wenn es Anfang Dezember heißt, alles fällt aus, dann würde uns das teuer zu stehen kommen.“

Dass dies passiert, hofft man in Gröden natürlich nicht. Aber auch so wird wegen der strengen Corona-Auflagen ein größerer finanzieller Aufwand auf die Veranstalter zukommen. „Wir rechnen damit, dass wir zwischen 300.000 und 400.000 Euro Mehrkosten haben werden“, so Senoner, der ergänzt: „Bei den Ticket-Einnahmen werden wir wohl mindestens 60 bis 70 Prozent der letzten Jahre verlieren, zudem müssen wir schauen, wie es mit den Sponsoren aussieht.“

Heuer soll in Gröden am 18. und 19. Dezember gefahren werden. © Pentaphoto


Erst am Mittwoch wurde der Ski-Kalender leicht modifiziert (unter anderem wurde beschlossen, dass in Alta Badia ein Slalom und kein Parallelbewerb ausgetragen wird) – dass es weitere Änderungen gibt, ist nicht ausgeschlossen. Ob auch Gröden notfalls in die Bresche springen könnte? „Mit 4 Rennen hintereinander haben wir schon ein straffes Programm in Südtirol und wir sind damit zufrieden. Im Fall der Fälle wären wir aber sicherlich gesprächsbereit“, so Senoner. Jedenfalls ist die Stimmung bei Senoner und seinem Team positiv. „Die Ski-Saison dauert ja im Grund genommen nur dreieinhalb Monate. Deshalb ist jeder gewillt, etwas durchzuziehen. Auch bei der FIS ist die Stimmung positiv.“

Zugleich versichert Senoner abschließend: „Wir werden alles tun, dass jeder die Rennen mit maximaler Sicherheit genießen kann.“ Bleibt nur zu hoffen, dass Corona am Ende nicht doch noch allen in die Suppe spuckt.

Autor: det

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210