L Ski Alpin

Auch abseits der Piste im Mittelpunkt: Michelle Gisin. © APA/afp / JURE MAKOVEC

„Untauglich“ – Michelle Gisin im Fadenkreuz

Dass sich die Größen des Skisports auch abseits der Piste in der Öffentlichkeit zeigen, ist wahrlich nichts Besonderes. Nun aber hat Michelle Gisin für ihren Einsatz außerhalb des Weltcups Kritik geerntet – trotz eigentlich nobler Intention.

Auch im Alpinen Skiweltcup ist die Umwelt ein allgegenwärtiges Thema. Ob es sich um aus dem Boden gestampfte Wintersport-Ressorts in China oder um die fragwürdigen Umweltpläne der FIS handelt – die Politik hat längst Einzug in den Sport gehalten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die Athleten und Athletinnen selbst mit der Thematik auseinandersetzen. Immerhin gastiert der Weltcup in vielen verschiedenen Ländern, diese Saison stürzen sich die Ski-Asse auf drei verschiedenen Kontinenten auf die Pisten.


Mit Michelle Gisin engagiert sich auch eine Schweizer Größe für den Umweltschutz. Doch ihr Einsatz als Botschafterin der Organisation POW (Protect Our Winters) brachte ihr Kritik ein. „Es gab auch viel negatives Feedback“, stellte die Engelbergerin gegenüber Blick fest.

Gisin als unglaubwürdig befunden
Vor allem ihre aktive Karriere würde Gisin ihr aktuelles Engagement erschweren. „Sie fliegt mit dem Skitross im Frühling zu Schneetests in den hohen Norden, im Sommer zu Schneetrainings ins ferne Argentinien. Zum Saisonstart geht es dann ebenfalls im Flugzeug in die Vereinigten Staaten und nach Kanada“, kritisierte die Weltwoche. Klimaschützerin und Weltcup – das könne nicht funktionieren. „Wenn Gisin als Klimaschützerin glaubwürdig sein will, müsste sie ihre Skikarriere eigentlich sofort an den Nagel hängen“, lautete das Fazit.

Michelle Gisin sieht sich zurzeit einiger Kritik ausgesetzt. © APA / EXPA/DOMINIK ANGERER

Gisin lässt solche Kritik aber kalt. Auch wenn sich ihr Beruf mit ihrem Einsatz als Umwelt-Botschafterin überschneide, wolle sie es in ihrem Privatleben umso besser machen. „Es gibt jedoch aber viele weitere Aspekte, die einen Einfluss auf die Umwelt haben. Und da versuche ich mich so umweltbewusst wie möglich zu verhalten“, erklärte sie.
In einem Atemzug mit Vettel und Williams
Die Schweizerin ist angesichts ihrer Zwickmühle aber nicht allein. Gerade in den vergangenen Monaten hat sich F1-Pilot Sebastian Vettel immer wieder durch seinen Einsatz für die Umwelt hervorgetan. Natürlich muss auch der viermalige Weltmeister mit denselben Vorwürfen wie das Ski-Ass leben. Tennis-Star Serena Williams gilt als weiteres Beispiel.

Daher wird sich Gisin wohl auch an ihren großen Vorbildern orientieren und weiter an ihren Visionen arbeiten wollen. Letztlich gehe es ihr auch darum, mit ihrem Namen für etwas einzustehen. „Letztlich setze ich meinen Namen und meine Reichweite für etwas ein. Man kann sich auch für nichts engagieren, weil man Angst vor Kritik hat – doch das gefällt mir nicht“, unterstrich Gisin.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH