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Zählt in Peking zu den Medaillenanwärtern: Alex Vinatzer. © ANSA / CHRISTIAN BRUNA

Vinatzer bläst in Peking zum Medaillenkampf

Der Slalom schreibt in dieser Saison seine eigenen Gesetze. Selten zuvor ging es an der Spitze der Disziplin so bunt durcheinander. Während man in den vergangenen Jahren noch die Bilder von Dominanz und Konstanz gewohnt war, werden nun bei jedem Start die Karten neu gemischt. Dadurch eröffnen sich Vinatzer auch in Peking ungeahnte Chancen.

Der Sieg von Linus Straßer auf der Planei in Schladming unterstrich abermals eine alte Weisheit deutlich: Der erste Lauf ist nur die halbe Miete. Von Platz 5 sprang der Deutsche in einem faszinierenden Nervenkrimi aufs oberste Treppchen und bejubelte seinen insgesamt dritten Weltcupsieg. Alex Vinatzer gelang hingegen nach einem enttäuschenden ersten Lauf ein riesiger Sprung nach vorne. Insgesamt 16 Plätze holte der Südtiroler im zweiten Durchgang auf, der fünfte Endrang konnte sich letztlich sehr gut sehen lassen.


„Der erste Lauf war nicht gut. Mit dieser Art von Kurssetzung habe ich immer noch Probleme“, schilderte Vinatzer in einer Mitteilung der FISI. Im zweiten Durchgang habe er aber deutlich mehr attackieren können. „Dort war auch mehr Rhythmus drin. Im Ganzen war das Rennen ok“, so das Fazit des 22-Jährigen.

Wie weit geht es für Vinatzer in Peking?
Bei den Olympischen Spielen darf sich Alex Vinatzer durchaus Hoffnungen auf seine erste Medaille bei einem Großereignis machen. Angesichts seiner Qualitäten und der dramatischen Ereignisse von Kitzbühel oder auch Val d'Isere offenbarte der aus Wolkenstein stammende Techniker einige Male seine Extraklasse. Aber auch ein weiterer Umstand könnte ihm in die Karten spielen.

In dieser Saison jagt Vinatzer noch seinem ersten Podium hinterher. © APA / GEORG HOCHMUTH

In den bisherigen sechs Slalomrennen gab es nämlich nicht nur sechs verschiedene Sieger, sondern auch 14 (!) verschiedene Podestfahrer. Wiederholungstäter waren dabei nur Kristoffer Jakobsen, Linus Straßer, Lucas Braathen und Manuel Feller. Das Rennen um Gold ist also so offen wie nie zuvor. Vinatzer hingegen jagt seinem ersten Podium der Saison noch hinterher, verpasste es jeweils aber nur denkbar knapp. Er selbst sieht sich hinsichtlich seiner Darbietung in Schladming in Form. „Meine Leistung gibt mir Zuversicht im Hinblick auf Olympia“, gab er sich optimistisch.
„Meine Leistung gibt mir Zuversicht im Hinblick auf Olympia.“ Alex Vinatzer

Wie weit es für den Südtiroler bei seinen zweiten Olympischen Spielen am Ende geht, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Zum einen dürfte die Kurssetzung ausschlaggebend sein, zum anderen aber auch die nötige Konstanz in beiden Läufen – die Vinatzer ohne Zweifel an den Tag legen kann. Prognosen lassen sich aber kaum stellen, zumal der Zielhang in China für alle neues Terrain ist. Daher werden am 16. Februar wieder einmal die Karten neu gemischt. Aber das dürfte in einer solchen Saison wohl niemanden mehr überraschen.

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