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Alex Vinatzer schied wenige Meter vor der Ziellinie aus. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

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Alex Vinatzer schied wenige Meter vor der Ziellinie aus. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

Vinatzers verflixtes Finale: „So ein Fehler tut weh“

Ein Südtiroler Dreiergespann war am Sonntag für den Weltcup-Slalom in Kitzbühel gemeldet. Für Alex Vinatzer, Tobias Kastlunger und Matteo Canins war das Abenteuer auf dem Ganslernhang aber schon nach Durchgang eins beendet.

Aus Kitzbühel

Christoph Niederkofler

Von:
Christoph Niederkofler

Vor einem Jahr sonnte sich Alex Vinatzer im Glanz seines zweiten Platzes am Ganslernhang, am Sonntagnachmittag kassierte er ebenda bereits in Durchgang eins einen bitteren Dämpfer. In der Vertikale wenige Meter vor der Ziellinie fädelte der Wolkensteiner ein, verhinderte trotz überkreuzter Skier aber immerhin einen Sturz. „So ein Fehler kurz vor dem Ziel tut weh“, erklärte Vinatzer anschließend im Interview mit SportNews nüchtern. „Ich habe probiert zu pushen, aber nicht ganz so wie ich wollte, nicht so bissig.“


Die Zwischenzeiten belegen: Der 26-Jährige erwischte einen durchwachsenen Start, fand anschließend aber kontinuierlich besser ins Rennen. Die Top 15 im ersten Durchgang wären möglich gewesen. „Ich wäre dabei gewesen und im zweiten Lauf kann man immer aufholen. Die Piste war super. An manchen Toren hatte ich etwas wenig Grip, sonst konnte ich aber einen soliden Rhythmus aufbauen“, unterstrich er.

„In den ersten fünf Minuten herrscht erst einmal der Frust vor. Dann muss man eh abpacken. Am Dienstag bietet sich die nächste Chance.“ Alex Vinatzer

Den Kopf hängen lassen wollte der letztjährige Zweitplatzierte am Ganslernhang aber nicht. „In den ersten fünf Minuten herrscht erst einmal der Frust vor. Dann muss man eh abpacken. Am Dienstag bietet sich die nächste Chance“, blickt er bereits auf die Nachtrennen in Schladming voraus (27./28. Jänner).

Kastlunger: „Bei mir hat es nicht Klick gemacht“

Wie Vinatzer waren auch Tobias Kastlunger (42.) und Matteo Canins (36.) vom Pech verfolgt und verpassten den zweiten Durchgang. „Hier in Kitzbühel habe ich die Piste noch nicht so richtig knacken können“, gab Kastlunger am Mikrofon zu. „Im Mittelteil war es okay, vor den Wellen habe ich aber etwas abgestoppt. So verlor ich etwas Geschwindigkeit. Unten war ich nicht ganz am Limit.“ Selbst mit höheren Startnummern seien die Pistenverhältnisse optimal gewesen, aber: „Bei mir hat es einfach nicht Klick gemacht. Hier darf man sich keine Nachlässigkeiten erlauben, man muss immer Vollgas geben.“

Tobias Kastlunger beim Weltcup in Kitzbühel. © ANSA / ANNA SZILAGYI

Tobias Kastlunger beim Weltcup in Kitzbühel. © ANSA / ANNA SZILAGYI


Seit seinem starken zwölften Platz zu Saisonbeginn in Levi durchlebte Kastlunger im Weltcup eine schwierige Phase. In fünf von sechs Slaloms blieb er ohne Punkte, in Adelboden landete er auf Rang 27. „Mit zwei Disziplinen und auch noch Europacup gibt es nicht viel Zeit für Training. Aber so geht es auch den anderen mit mehreren Disziplinen“, räumte er ein. „Zurzeit fehlt einfach etwas, jetzt heißt es trainieren und auf nach Schladming. Ich versuche einfach das Maximum aus jeder Fahrt herauszuholen.“

Canins und seine Hassliebe mit Kitzbühel

Canins war von den ersten Weltcup-Punkten seiner Karriere vor knapp drei Wochen in Madonna di Campiglio beflügelt – und hatte mit dem Ganslernhang noch eine besondere Rechnung offen. „Mit Kitzbühel verbindet mich eine gewisse Hassliebe. Die Piste gefällt mir gewaltig gut, letztes Jahr habe ich mir hier aber den Finger gebrochen und musste operiert werden“, erinnerte er sich zurück.

Matteo Canins hat den zweiten Durchgang in Kitzbühel verpasst. © ANSA / SEBASTIEN NOGIER

Matteo Canins hat den zweiten Durchgang in Kitzbühel verpasst. © ANSA / SEBASTIEN NOGIER


Dieses Mal blieb er verletzungsfrei, der zweite Durchgang war dem 27-Jährigen aus St. Kassian im Gadertal dennoch nicht vergönnt. „Ich war richtig gut unterwegs, aber ein Fehler zu viel hat mich einen Platz in den Top 30 gekostet“, meinte Canins. „In Madonna habe ich endlich gezeigt, dass ich es draufhabe. In den letzten Rennen habe ich es immer wieder angedeutet, aber die letzte Konsequenz, die letzten Hundertstel haben gefehlt. Wenn ich den Trend umdrehe und in Schladming die Hundertstel schon auf meiner Seite sind, komme ich in den Flow.“

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