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Petra Vlhova spielte ihre ganze Klasse aus. © ANSA / PONTUS LUNDAHL

Vlhova zähmt die schwedische Bestie

Auf Weltcup-unwürdigen Pistenverhältnissen hat Petra Vlhova am Freitagabend in Åre (Schweden) eine wahre Meisterleistung geboten, ihren ersten Riesentorlauf-Sieg der Saison eingefahren und den Kampf um den Gesamtweltcup somit neu entfacht.

Am Nachmittag herrschten in Åre ungewöhnlich hohe Temperaturen, was der ohnehin ramponierten Piste zusätzlich zu schaffen machte. Die Veranstalter hofften, dass diese bei abnehmender Sonneneinstrahlung härter werden würde. Tatsächlich wandten sich die Schneebedingungen in der Entscheidung aber zum Schlechten. Die Ski-Stars mussten mit unzähligen Schlägen zurechtkommen, durften nicht die gewünschte Linie wählen und wurden ordentlich durchgeschüttelt. Das Rennen glich einem Abnützungskampf. Diesen entschied eine schier entfesselte Petra Vlhova auf beeindruckende Art und Weise für sich.


Die Slowakin war eine Klasse für sich. Lag sie nach dem ersten Lauf aufgrund eines dicken Patzers im untersten Abschnitt nur 0,03 Sekunden vor Marta Bassino, so leistete sie sich in der Entscheidung keinen Fehler und deklassierte die Konkurrenz. Durch einen blitzsauberen Lauf nahm sie der Italienerin in der Endabrechnung 1,24 Sekunden ab – beeindruckend. Mikaela Shiffrins Rückstand auf Rang 2 grenzte bereits an der 2-Sekunden-Marke. Durch den Erfolg verkürzt Vlhova ihr Rückstand im Gesamtweltcup auf 77 Punkte. Somit ist noch alles offen.

Marta Bassino fuhr aufs Podest. © ANSA / PONTUS LUNDAHL


Hinter Vlhova freute sich Bassino, die in diesem Winter bereits vier Mal ausgeschieden ist, dank eines wahren Husarenrittes über ihren dritten Riesentorlauf-Podestplatz der laufenden Saison. Der 26-Jährigen gelang keine fehlerfreie, dafür aber eine höchst engagierte Fahrt, durch die sie Shiffrin noch verdrängte.
Hector verpasst Vorentscheidung
Im Kampf um die kleine Kristallkugel hat die bisher Führende Sara Hector einen Rückschlag erlitten. Die Drittplatzierte nach dem ersten Durchgang fädelte in der Entscheidung nach wenigen Toren ein und kam böse zu Sturz. Glücklicherweise blieb die Schwedin unverletzt. Der Vorsprung auf Tessa Worley, die „nur“ Fünfte wurde, ist vor dem letzten Rennen auf fünf Punkte geschmolzen.

Karoline Pichler feierte gleichzeitig einen Achtungserfolg. Die 27-Jährige qualifizierte sich erstmals seit dem 15. Jänner 2019 für die Entscheidung. Auch wenn sie dort auf Sicherheit fuhr und schließlich 26. wurde, hat sie Grund zur Freude. Während der rund dreijährigen Durststrecke bestritt sie nämlich 13 Riesentorläufe, die allesamt schon nach dem ersten Durchgang endeten. Die zuletzt in den Speed-Rennen erkennbare Aufwärtstendenz setzt sich nun also fort. Die Weltcup-Saison der Südtirolerin ist mit diesem Rennen allerdings zu Ende gegangen, hat sie sich doch in keiner Disziplin für das Weltcupfinale qualifiziert.

Das Ergebnis:

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