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Toni Giger kehrt dem ÖSV nach 30 Jahren den Rücken zu. © APA / BARBARA GINDL

Völlig unerwartet: ÖSV verliert einen seiner wichtigsten Männer

Der Österreichische Skiverband muss überraschend eine Schlüsselposition neu besetzen.

Der ÖSV gab am Donnerstag den Abgang von Sportdirektor Anton Giger bekannt und bestätigte damit einen Bericht der Tiroler Tageszeitung vom Vorabend. Der Salzburger war 33 Jahre lang in diversen Funktionen im ÖSV tätig gewesen, in den vergangenen drei Jahren als Sport-Verantwortlicher für alle Sparten.


Giger erklärte gegenüber der APA – Austria Presse Agentur, er habe in der aktuellen Umbruchphase im ÖSV nachgedacht, wie er sich in den kommenden Jahren sehe. „Warum nicht eine berufliche Veränderung“, habe er sich gefragt. Die Entscheidung zu treffen, sei ihm nicht leichtgefallen, aber sie sei richtig. Am Dienstag teilte er ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer seinen Rücktritt mit. Dieser sei nicht unmittelbar angenommen worden, man habe sich aber schließlich auf eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses mit Ende April geeinigt, sagte der 59-Jährige, der in elf Jahren als Herren-Rennsportleiter von 1999 bis 2010 zum erfolgreichsten ÖSV-Coach avancierte.

Vom Kurzzeit-Job zu 3 Jahrzehnten ÖSV
Begonnen hatte Giger nach dem Mathematik- und Sport-Studium als Konditionstrainer der Europacup-Abfahrer. „Ich habe damals meiner Frau gesagt, ich mache das zwei Jahre lang und dann etwas Gescheites“, schilderte der Vater von zwei erwachsenen Kindern und Großvater der APA. Aus dem gedachten Kurzzeit-Job wurden mehr als drei Jahrzehnte im Skiverband. „33 Jahre lang seinen Traumjob machen zu dürfen, in einem professionellen Sport-Umfeld wie dem ÖSV: Wie viele Menschen haben in ihrem Berufsleben dieses Glück?“, betonte Giger.
„Natürlich ist man sentimental“ Toni Giger

In Gigers Ära als Herren-Rennsportleiter eroberten ÖSV-Läufer sechs Olympiasiege und zwölf WM-Titel, es gelangen sechs Gesamtweltcupsiege und 26 Gesamtsiege in diversen Disziplinen. Über seine weiteren Pläne oder mögliche Tätigkeiten wollte sich Giger nicht konkret äußern. „Angebote hat man in der Sportwelt immer. Schauen wir, wo die Reise hingeht. Da will ich mich nicht einschränken oder festlegen“, erklärte der Erfolgscoach.
Keine Eile bei der Nachfolger-Wahl
Die Nachfolge ist offen, der ÖSV will in Ruhe einen neuen Sportdirektor suchen. „Wir werden uns in Hinblick auf die kommenden Aufgaben, im Besonderen auch auf die Ski-WM 2025 in Saalbach, die notwendige Zeit nehmen, um eine gute Lösung zu finden“, erklärte ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. „Die Führungsstruktur ist jedenfalls so aufgesetzt, dass der Betrieb in der Übergangszeit reibungslos weiterläuft.“
Giger kündigte an, er werde mit den Sportlichen Leitern eine gute Übergabe durchführen. Als Chef der 2010 neu geschaffenen Abteilung für Entwicklung, Forschung und Innovation, die er bis zuletzt leitete, hatte Giger viel bewegt und auch das Kompetenzzentrum auf den Weg gebracht.

Der Rückzug vom ÖSV ist für ihn ein großer Einschnitt. „Natürlich ist man sentimental“, gab Giger Einblick. „Das Schwierigste und Emotionalste sind immer Situationen, wenn sich Sportler oder Mitarbeiter verletzen. Aber die Zeit heilt Wunden, Gott sei Dank überwiegen die schönen Erlebnisse.“ Besonders hervorheben wollte er keinen der zahlreichen Erfolge unter seiner Führung. „Bei so vielen tollen Athleten und Mitarbeitern wäre es nicht fair, etwas hervorzuheben. Es war, ist und bleibt mir eine Ehre, dass ich mit ihnen arbeiten durfte.“ Auch künftig werde er sich über jeden Erfolg der Aktiven genauso mitfreuen wie in seinen 33 Jahren im ÖSV.

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