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Garmisch soll die Saalbach-Rennen übertragen bekommen. © APA/afp / CHRISTOF STACHE

Vor Kalender-Präsentation: Im Ski-Zirkus gehen die Emotionen hoch

Am Mittwoch soll in Mailand der Kalender für den Ski-Weltcup 2022/23 präsentiert werden. Zuvor gibt es allerdings heftige Diskussionen. Besonders in Österreich ist das Kopfschütteln groß.

Am Mittwoch soll im Rahmen des Kongresses des Internationalen Skiverbandes (FIS) in Mailand auch der alpine Weltcupkalender 2022/23 fixiert werden. Derzeit herrscht große Unklarheit, wie dieser aussehen soll. Ein zur Diskussion vorgelegtes Papier ließ in vielen nationalen Verbänden die Emotionen hochgehen.


Christian Scherer, der Generalsekretär des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), rechnet daher mit „hitzigen Diskussionen“, aber am Ende auch mit einem bestätigten Terminplan. „Es muss eine finale Entscheidung geben. Es ist aber irritierend, wie manche Nationen schon kommunizieren, dass sie mehr Rennen haben“, sagte Scherer, der hofft, dass es beispielsweise die vorgesehenen zwei Überseereisen nach Nordamerika nicht geben wird. Das wäre zum einen komplett konträr zum Manifest des FIS-Präsidenten mit CO2-Vermeidung und Optimierung der Reiserouten, wie Scherer in einer Online-Medienrunde anmerkte, zum anderen aber auch „budgetär eine Herkulesaufgabe“.

Für Aufregung hatte in den vergangenen Tagen in Österreich gesorgt, dass Saalbach-Hinterglemm, der WM-Gastgeber 2025, die Männer-Rennen Ende Jänner 2023 an Garmisch-Partenkirchen verlieren wird. Die dafür angebotenen Frauenrennen sind für Salzburg und den ÖSV keine Option, weil die WM-Strecke der Frauen noch nicht fertig sein wird. „An dem Wochenende haben wir auch (nordische/Anm.) Weltcups in Seefeld und am Kulm, wir haben also schon zwei Highlights Ende Jänner. Aus Sicht des ÖSV und der Veranstalter vor Ort macht es zu dieser Zeit nur Sinn, wenn es ein WM-Test ist. Die Männer als WM-Test hätten wir gemacht.“

„Ob das gut für den Sport ist, sei dahingestellt.“ ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer über 13 WM-Rennen

Zugesichert bekommen habe man von der FIS, dass es im darauffolgenden Kalender 2023/24 ausreichend Testbewerbe in Saalbach-Hinterglemm geben werde. „Das hat oberste Priorität, ob es in Form eines Finales ist oder von Wochenenden“, erklärte Scherer. Präferiert werde ein Finale als umfassende WM-Generalprobe gegenüber Einzelveranstaltungen, weil man da am Berg und neben dem Berg die Logistik besser simulieren könne. „Die Zielsetzung ist eben: wichtige Erkenntnisse für die WM. Aber ein Finale ist sehr oft auch Frühlingsskilauf, man braucht schönes Wetter, das birgt ein gewisses Risiko. Wenn es attraktive Möglichkeiten während der Saison gibt, stehen wir dem offen gegenüber.“
Wann kommen die neuen Bewerbe?
Dass die vom neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch angedachten neuen Disziplinen bzw. Kombinationen aus Speed- und Technikbewerben bereits im kommenden Winter ausgetragen werden, sieht Scherer für nicht umsetzbar. „Dafür gibt es kein Reglement, die Zielsetzung ist nicht klar. Odermatt (der Schweizer Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt/Anm.) wäre gezwungen, auch Slaloms zu fahren. Das sind Dinge, die darauf schließen lassen, dass das Konzept nicht ausgegoren ist. Es wäre eine Überraschung, wenn der Vorstand die Meinung des Komitees und der Experten negiert.“

Eine Evaluierung von Parallelrennen und Kombinationen war bereits nach der WM 2019 in Aare angekündigt gewesen, habe aber nie stattgefunden. „Auch bei der WM 2023 in Meribel/Courchevel sind wieder 13 Rennen in zwei Wochen im Programm, ob das gut für den Sport ist, sei dahingestellt. Unser Wunsch für Saalbach sind elf Rennen, ob mit Parallel oder Kombination ist egal“, sagte Scherer.

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