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Giovanni Franzoni, neuer Ski-Star aus Italien. © Pentaphoto

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Giovanni Franzoni, neuer Ski-Star aus Italien. © Pentaphoto

Wegen totem Freund: Heftiger Streit um Italiens Ski-Held

Giovanni Franzoni ist der neue Superstar in Italiens Ski-Szene. Doch nun gerät der 24-Jährige wegen eines geschmacklosen Streits in die Schlagzeilen.

In Windeseile ist Giovanni Franzoni zu Italiens neuem Ski-Helden aufgestiegen. Er gewann in dieser Saison die Klassiker in Wengen und Kitzbühel und kürte sich in Bormio zum Vize-Olympiasieger. Und das alles, nachdem der 24-Jährige vom Gardasee einen Schicksalsschlag erlitten hat. In der Saisonvorbereitung kam nämlich Matteo Franzoso – sein dicker Kumpel und Zimmerkollege – bei einem Trainingssturz in Chile ums Leben.


In den Momenten seiner größten Triumphe gedachte Franzoni, meist unter Tränen, seines verstorbenen Freundes, den er oft auch als „Bruder“ bezeichnete. Auf der Haut von Italiens neuem Ski-Helden findet sich seit Neuestem ein Tattoo mit einer Nummer: 28''11. Das ist die letzte Zwischenzeit, die der verstorbene Franzoso vor seinem verhängnisvollen Crash aufgestellt hat.

Matteo Franzoso ist im September tödlich verunglückt.

Matteo Franzoso ist im September tödlich verunglückt.


Doch nun entbrannte ein heftiger, geschmackloser Streit. Der Bruder des verstorbenen Franzoso startete nämlich eine Attacke gegen Franzoni. „Jemand behauptet, sein Bruder zu sein, aber der einzige richtige Bruder bin ich. Ich war auf der Beerdigung, jemand anderes nicht“, schrieb Michele Franzoso auf Instagram. „Das ist respektlos und egoistisch“, so der Bruder weiter. Auch Mama Olga teilte diesen Beitrag. Zwar nennt Michele Franzoso keinen Namen, doch es ist klar, wer gemeint ist: Giovanni Franzoni.



Giovanni war tatsächlich nicht auf der Beerdigung seines guten Kumpels, dafür aber sein Zwillingsbruder Alessandro. Dieser hat den Eltern des verstorbenen Franzoso auch einen Brief und einen Strauß Blumen überreicht. Alessandro ist es auch, der seinen berühmten Bruder in den Kommentaren unter dem Beitrag verteidigt. „Er wollte weitermachen, um nicht nachzudenken, aber vor allem, um die Ziele zu erreichen, von denen Matteo und Giovanni gemeinsam geträumt hatten.“
„Neid ist das absolute Übel.“ Alessandro Franzoni

Alessandro Franzoni schreibt weiter: „So zu handeln, wird Franz nicht zurückbringen. Franz kann auf die bestmögliche Weise in Erinnerung bleiben. Du hingegen tust das nicht. Du ziehst es vor, mit dem Finger auf einen Sportler zu zeigen und ihm Schuld zu geben, die er nicht trägt.“ Und weiter: „Neid ist das absolute Übel. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, welchen Schmerz du empfindest, aber das geht über jedes Maß hinaus und darf nicht als Vorwand für solche Worte dienen.“

Franzoni widmete seinem Freund des Öfteren den Sieg. © AFP / JOE KLAMAR

Franzoni widmete seinem Freund des Öfteren den Sieg. © AFP / JOE KLAMAR


Alessandro verteidigt seinen Bruder weiter: „Jeder trauert auf seine eigene Weise. Es geht darum, den Namen eines Freundes hochzuhalten. Es geht darum, die großartige Person, die er für alle war, in Erinnerung zu behalten. Und welcher Moment wäre besser dafür geeignet als die Siege, von denen beide geträumt haben? Wagt es nicht mehr, meinen Bruder zu erwähnen. Denn indem ihr schlecht über ihn sprecht, sprecht ihr auch schlecht über meine ganze Familie.“ Warum genau sich Matteo Franzosos Familie nun mit diesen schweren Vorwürfen zu Wort gemeldet hat, ist unklar. Es ist jedenfalls ein trauriger, geschmackloser Streit, der hier entbrannt ist.

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