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Mikaela Shiffrin (links) und Camille Rast (rechts) beim Weltcup in Kranjska Gora. © APA/afp / JURE MAKOVEC

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Mikaela Shiffrin (links) und Camille Rast (rechts) beim Weltcup in Kranjska Gora. © APA/afp / JURE MAKOVEC

Wenn sogar Shiffrin die Worte fehlen: „Nur zugeschaut“

Am Sonntagnachmittag ging beim Weltcup in Kranjska Gora eine beispiellose Siegesserie von Mikaela Shiffrin zu Ende – und das durch eine Darbietung, welche man sich normalerweise vom US-Superstar selbst erwarten würde.

Es war eine Gefühlsexplosion, die man bei Mikaela Shiffrin auf diese Art lange nicht mehr erlebt hat. Kurz nachdem die Rekord-Weltcupsiegerin ihre Konkurrenz mit einer Fabelleistung auf 1,69 Sekunden distanziert hatte, schlug sie mit ihrer rechten Faust in die Luft und brüllte ihre Freude raus. Noch grüner konnte ihre Zeit auf der Anzeigetafel nicht mehr aufscheinen, die Nummer eins stand wieder einmal neben ihrem Namen. Doch es war nur eine Momentaufnahme: Oben stand nämlich noch die Halbzeitführende Camille Rast, welche an diesem Nachmittag in den slowenischen Alpen tatsächlich noch einmal einen drauflegte und Shiffrin den saisonübergreifend siebten Slalomsieg in Folge entriss.


„Wie alle anderen auch habe ich einfach nur zugeschaut“, erklärte die geschlagene Olympiasiegerin und Weltmeisterin anschließend in einer Medienrunde und zollte der Eidgenössin Respekt: „Ich war so begeistert und beeindruckt von Camilles Leistung. Zwei Mal hintereinander zu gewinnen ist sehr schwer.“ Bereits am Tag zuvor hatte sich Rast im Riesenslalom zur Siegerin aufgeschwungen.

Keine Ausreden: Rast einfach besser als Shiffrin

Als sich Shiffrin aus dem Starthaus katapultierte war ihre Angriffslust bereits zu erkennen, im Stangenwald baute sie schließlich mit jedem Schwung mehr Momentum auf – Fehler waren dabei absolute Mangelware. Irgendwelche Ausreden konnte die 30-Jährige anschließend daher überhaupt nicht finden. „Als ich gesehen habe, wie sie im ersten Lauf gefahren ist, wusste ich, dass ich 120 Prozent geben muss, um eine Chance zu haben“, meinte Shiffrin im Interview mit dem ORF. Doch selbst 120 Prozent sollten nicht reichen, am Ende wurde Perfektion von Perfektion geschlagen.

Mikaela Shiffrin gratuliert Camille Rast zum Sieg. © APA/afp / JURE MAKOVEC

Mikaela Shiffrin gratuliert Camille Rast zum Sieg. © APA/afp / JURE MAKOVEC


Für Rast war ihre Show auf dem Hang in Kranjska Gora alles andere als ein alltäglicher Klacks. Das Duell mit Shiffrin begann bereits im Kopf, vor ihrem Start wusste die 26-jährige Weltmeisterin – auch aufgrund der Lautstärke im Zielraum – nämlich schon: Shiffrin hat ein Feuerwerk abgefackelt. „Ich habe ein bisschen von ihrem Lauf aufgeschnappt. Ich wusste dass sie sehr schnell gefahren ist und ich noch schneller sein muss“, so Rast. „Ich habe mich einfach auf mich selbst konzentriert und mein Bestes gegeben.“

Rast hält den Ball flach

Sowohl im Gesamtweltcup als auch im Slalom- und Riesenslalomweltcup liegt Rast nun auf dem zweiten Platz. In der Slalom- und der Gesamtwertung liegt jeweils Shiffrin (823 Punkte/580 Punkte) vor Rast (703/362), im Riesentorlauf hat die Schweizerin (341) nur die Österreicherin Julia Scheib (460) vor sich. Ob sich der Fokus der Technikerin, die in den vergangenen Monaten mit Hüftproblemen zu kämpfen hatte, nun verschiebt? „Ich will nicht groß an Punkte denken. Einfach weitermachen und weiterfahren“, brachte sie ihre Devise auf den Punkt.

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